Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschergruppe fördert Fortpflanzung

13.06.2008
Bundesweit einzigartige Forschergruppe zu Fortpflanzung und künstlicher Befruchtung von der DFG bewilligt – 3,4 Mio. Euro fließen an die beteiligten Einrichtungen

Die künstliche Befruchtung gewinnt in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Umso erstaunlicher ist, dass sie wissenschaftlich bislang nur unzureichend untersucht wurde.

Das wollen Forscher aus sechs Städten in Deutschland ändern: In zehn Projekten bündeln sie ihr Wissen, um den Ursachen der Unfruchtbarkeit auf die Spur zu kommen und um neue Behandlungsstrategien für unfruchtbare Paare zu entwickeln.

Für dieses Ziel konnte der Sprecher der Forschergruppe, Prof. Dr. Jörg Gromoll vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, erstmals führende Stammzellforscher, Humangenetiker, Reproduktionsbiologen und Reproduktionsmediziner zusammenbringen. Die Untersuchungen der dezentral arbeitenden Forschergruppe „Germ Cell Potential“ werden gefördert von Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

... mehr zu:
»ART »Befruchtung »Eizelle

In Deutschland bekommen Paare immer später ihr erstes Kind. Das biologische Zeitfenster ist aber begrenzt und die Wahrscheinlichkeit, ungewollt kinderlos zu bleiben, wächst mit jedem Lebensjahr. Somit greifen immer mehr Paare auf die künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktion (ART) zurück. Hierzulande werden bereits zwei bis drei Prozent aller Babys durch ART gezeugt – Tendenz steigend. Die heute verwendeten Techniken der ART werden seit etwa 30 Jahren beim Menschen angewendet. „Nicht trotzdem, sondern gerade deshalb sind sie wissenschaftlich bislang nur unzureichend untersucht worden“, beschreibt Gromoll die Lücke, die das Wissenschaftler-Team füllen will. Diese habe zum Teil methodische Gründe: „Zum Beispiel ist die Injektion von Spermien in die Eizelle beim Menschen relativ einfach, bei der Maus aber bis heute nur schwer durchführbar“.

Die Forschergruppe ’Germ cell potential’ wird das ganze Spektrum der künstlichen Befruchtung unter die Lupe nehmen. Die zehn Projekte der Forschergruppe befassen sich mit der Qualität der Eizelle, den genetischen Ursachen der Unfruchtbarkeit, aber auch mit dem Potenzial von Stammzellen, beispielsweise solchen aus dem Hoden als mögliche Alternative zu Spermien. Auch die Entstehung von Eizellen aus embryonalen Stammzellen ist Forschungsgegenstand. In einer klinischen Langzeitstudie werden über zwei Jahre hinweg die möglichen Folgen von Behandlungen durch ART auf den Nachwuchs untersucht.

Für die Universität Münster ist die Forschergruppe ein großer Erfolg, da drei Institutionen mit fünf Projekten an der neuen Forschergruppe beteiligt sind: das Max-Planck-Institut mit Prof. Hans Schöler, das Institut für Humangenetik mit Prof. Peter Wieacker und das Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie mit Prof. Jörg Gromoll. Die DFG unterstützt diese Aktivitäten mit insgesamt 3,4 Millionen Euro. Die Förderung erfolgt zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren; eine Verlängerung für weitere drei ist möglich.

Nährere Informationen zu der Forschergruppe FOR 1041 – so die interne DFG-Nummerierung – erhalten Interessenten auf deren Internetseite www.germ-cell-potential.de und bei ihrem Sprecher Prof. Gromoll (Mail: Joerg.Gromoll@ukmuenster.de).

Der Aufwand hat sich gelohnt: Für ihre DFG-Förderung erarbeiteten Prof. Hans Schöler, Forschergruppen-Sprecher Prof. Jörg Gromoll und Prof. Peter Wieacker (v.l.n.r.) einen 680seitigen Projektantrag.

Dr. Thomas Bauer | Universitätsklinikum Münster
Weitere Informationen:
http://www.germ-cell-potential.de

Weitere Berichte zu: ART Befruchtung Eizelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie