Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hodgkin-Lymphom-Zellen: Unterbrechung der Signalwege

12.06.2008
Das Erscheinungsbild der Hodgkin-Lymphom-Zellen hat Pathologen viele Jahre Rätsel aufgegeben. Erst rund 160 Jahre nach der Beschreibung der Krankheit durch Thomas Hodgkin 1832 fanden Wissenschaftler 1994 heraus, dass diese Form des Lymphdrüsenkrebses (Lymphom) von weißen Blutzellen, den B-Zellen, abstammt.

Die Identifizierung der Ursprungszelle für das Hodgkin Lymphom (HL) dauerte deshalb so lange, weil sie alle Merkmale, welche an eine B-Zelle erinnern, verloren hat. Aufgrund charakteristischer Merkmale kann das HL, welches zu den häufigsten Lymphomen gehört, von allen anderen Lymphomen, den sogenanten Non-Hodgkin-Lymphomen, abgegrenzt werden.

Obwohl das HL vor allem in den frühen Stadien durch Polychemotherapie gut behandelt werden kann, sind eine solche Behandlung und die Entwicklung neuer Therapiestrategien auch weiterhin eine große Herausforderung. Dies liegt zum einen daran, dass in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung die Therapieerfolge auch weiterhin unbefriedigend sind, zum anderen daran, dass durch die Chemotherapie Therapie-bedingte Komplikationen auftreten können. Hier ist in erster Linien das Auftreten von bösartigen Erkrankungen zu nennen, welche durch die Chemotherapie selbst verursacht werden und nur sehr schlecht zu behandeln sind.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Stephan Mathas, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Charité Berlin, beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Entstehung des HL. Ein einzigartiges Merkmal der bösartigen Hodgkin/Reed-Sternberg (HRS)-Zellen ist eine gestörte Regulation verschiedener Familienmitglieder der TNF/Todesrezeptoren. Verschiedene Mitglieder dieser Familie sind in den HRS-Zellen besonders stark exprimiert. Eine zentrale Rolle der TNF-Rezeptoren in verschiedenen Zellsystemen ist die Aktivierung von Signalen, welche Wachstum und Überleben insbesondere lymphatischer Zellen steuern. Die starke Expression dieser Rezeptoren in HRS-Zellen legt nahe, dass diese eine zentrale Rolle für Wachstum und Überleben der HRS-Zellen spielen.

Es ist das Ziel des Förderprojekts, die Mechanismen und Konsequenzen einer solchen deregulierten Expression und Aktivität der TNF-Rezeptorern in HRS-Zellen zu untersuchen. Insbesondere soll versucht werden, die Aktivität dieser Signalwege zu unterbrechen. Falls dies gelingt, könnten sich aus diesen Experimenten neue Therapieansätze für das HL ergeben, welche zu einer Reduktion der mit starken Nebenwirkungen verbundenen Behandlung mit Chemotherapeutika führen könnten.

Kontakt: Dr. Stephan Mathas, Med. Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Charité Berlin

Telefon: +49 (030) 9406 35 19 / E-Mail: stephan.mathas@charite.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 60.000 €.
Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Berichte zu: HRS-Zelle Hodgkin-Lymphom-Zelle Lymphom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie