Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hautkrebs: Neuer Ansatz bei Chemotherapie-Resistenz

11.06.2008
Wirkstoff KINK-1 macht im Tierversuch Tumorzellen wieder angreifbar

Tumorzellen, die resistent gegen eine Chemotherapie werden, sind eines der größten Hindernisse in der Krebstherapie. Einige Krebsarten wie der Hautkrebs reagieren indes nur eingeschränkt auf die Behandlung. Wissenschaftlern des Rudolf-Virchow-Zentrums für Experimentelle Biomedizin und der Hautklinik an der Universität Würzburg ist es gelungen, mit einem neuen Wirkstoff, der gezielt Mechanismen in den Krebszellen blockiert, im Tierversuch die Resistenz aufzuheben und die Zellen so wieder empfindlich für die medikamentöse Behandlung zu machen.

Bei der Chemotherapie werden dem Körper sogenannte Zytostatika zugeführt, die die Krebszellen in ihrem ungehinderten Wachstum und der Vermehrung hindern sollen, da die Krebszelle das "normale" Programm der Zelle, das Wachstum und Zelltod kontrolliert, abgestellt hat. Eine große Zahl der Krebsarten aber ist komplett widerstandsfähig gegen diese Behandlung. "Vor allem das Melanom, der schwarze Hautkrebs, hat sich als besonders behandlungsresistent erwiesen", sagt die Würzburger Molekularbiologin Margarete Schön im Gespräch mit pressetext.

"Die Ansätze, um diese Krebsart chemotherapeutisch zu behandeln sind bisher leider nur wenig erfolgreich." Die Krebszellen haben ihre Strategie geändert und sich einen alternativen Weg gewählt. "In der Zelle gibt es nämlich viele Wege, die Wachstum und Vermehrung kontrollieren", so Schön. Seit einigen Jahren werde daher schon versucht die Mechanismen der Resistenzentwicklung genauer zu verstehen und zu blockieren. Allerdings ist noch kein Medikament erfolgreich in der Anwendung.

... mehr zu:
»Hautkrebs »KINK-1 »Krebsart »Krebszelle

Die Forscher um Margarete Schön und Projektleiter Michael Schön suchten nach einem Blocker für einen speziellen Weg, von dem bekannt ist, dass er nicht nur bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielt, sondern auch die Chemotherapie-Resistenz auslöst, der sogenannte NF-Kappa-B-Weg. Wird dieser Faktor blockiert, kann die ganze Kette von Prozessen, die zur Resistenz führt, unterbrochen werden, so die Forscher. Mit dem entwickelten Blocker KINK-1 lasse sich nun der gesamte Signalweg lahm legen. Sowohl Krebszellen in Kultur als auch im Tiermodell mit Mäusen, die an Lungenkrebs erkrankt waren, waren nach der Behandlung mit KINK-1 wieder empfänglich für die Chemotherapie.

Die Tiere wurden dazu mit dem Blocker oder einer verschiedenen Zytostatika allein behandelt oder mit einer Kombination beider Stoffe. Bei der kombinierten Gabe stellte sich Erfolg ein und die Bildung von neuen Metastasen konnte merklich reduziert werden. Der neue Wirkstoff fungiere also nicht selbst als Chemotherapeutikum, sondern diene als Zusatzstoff, der die Zellen wieder für das eigentlich Medikament empfindlich macht, so die Forscher. "Unsere Ergebnisse liefern einen erfolgreichen Ansatz, der ein wichtiger Baustein in der Krebstherapie werden kann.

Der NF-Kappa-B-Weg ist in vielen Krebsarten vorhanden, daher müsste die Therapie universell funktionieren", fügt Dermatologe Schön an. Zudem hätten die bisherigen Studien eine hohe Verträglichkeit gezeigt. Im Folgenden wollen die Forscher die Übertragbarkeit auf andere Krebsarten prüfen und die Wirksamkeit von KINK-1 mit einem anderen NF-Kappa-B-Inhibitor vergleichen. "Überdies wollen wir untersuchen, ob der Wirkstoff auch bei der lokalen Tumorbildung hilfreich sein kann", berichtet Margarete Schön abschließend.

Claudia Misch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.virchow-zentrum.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Hautkrebs KINK-1 Krebsart Krebszelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie