Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alzheimer-Krankheit

10.06.2008
Angehörige informieren sich über MDC-Forschung

Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit? Wie lange dauert die Entwicklung einer Therapie? Welche Rolle spielt dabei die Grundlagenforschung? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) zahlreiche Unterstützer dieses größten privaten Förderers von Alzheimer-Forschung in Deutschland in das Gläserne Labor des Campus Berlin-Buch eingeladen hatte.

Rund 40 Förderern, unter ihnen auch Angehörige von Patienten, berichtete Prof. Thomas Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch über seine Forschungen zur Entstehung der Alzheimer-Krankheit. Für diese Arbeit hatte er 2006 von der AFI einen mit 80 000 Euro dotierten Förderpreis erhalten.

Die Ablagerungen oder Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten bestehen aus Eiweißbruchstücken (Amyloid-beta Peptide- A-beta). Sie entstehen aus dem Amyloid-Vorläufer-Protein (engl. Abk. APP) und lagern sich im Laufe vieler Jahre im Gehirn ab. Diese Ablagerungen oder Plaques zerstören die Nervenzellen betroffener Menschen. Weshalb APP in A-beta zerteilt wird, ist zurzeit noch unklar.

... mehr zu:
»AFI »APP »Alzheimer »Nervenzelle

In Zusammenarbeit mit Forschern in Dänemark und den USA hatte Prof. Willnow entdeckt, dass ein von Nervenzellen gebildetes Transportprotein, kurz sorLA (engl. für: sorting protein-related receptor), an APP bindet und damit verhindert, dass es in das schädliche A-beta abgebaut wird. Sie konnten weiter zeigen, dass bei genetisch veränderten Mäusen, die kein sorLA mehr bilden, verstärkt APP zerstückelt wird und vermehrt A-beta entsteht. Weiter konnten sie nachweisen, dass die Nervenzellen von Alzheimer-Kranken kein sorLA bilden, die von Gesunden aber sehr wohl. Das deutet darauf hin, dass das Gehirn mancher Menschen kein oder sehr wenig sorLA produziert. "Ihr Risiko an Alzheimer zu erkranken ist deutlich erhöht", sagte Prof. Willnow.

Inzwischen haben er und seine Mitarbeiter eine Substanz identifiziert, die in isolierten Nervenzellen die Produktion von sorLa erhöht und dadurch die Bildung von A-beta deutlich vermindert. Ziel ist, auf diesen Arbeiten aufbauend, neue Ansätze für eine Therapie der Alzheimer-Erkrankung zu entwickeln. Weiter wollen die Forscher die Diagnose für Alzheimer vorantreiben. Bisher kann die Erkrankung nur nach dem Tod eines Betroffenen eindeutig identifiziert werden.

Die AFI ist ein gemeinnütziger Verein, der sich ausschließlich durch Spendengelder von Privatpersonen finanziert. Seit 1996 unterstützt der Verein zukunftsträchtige Forschungsvorhaben und stellte bisher insgesamt 3,6 Millionen Euro für 66 Forschungsprojekte bereit. Die AFI ist damit der größte private Förderer von Alzheimer-Forschung in Deutschland. Die Tagung in Berlin war die zehnte der AFI. Sie lädt dazu Spender ein, die vor Ort Einblick in die aktuelle Forschungsarbeit geförderter Wissenschaftler erhalten.

Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10;
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de

Barbara Bachtler | idw
Weitere Informationen:
http://www.mdc-berlin.de
http://www.alzheimer-forschung.de
http://www.mdc-berlin.de/de/news

Weitere Berichte zu: AFI APP Alzheimer Nervenzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften