Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Ursache für plötzlichen Herztod gefunden

09.06.2008
Charité-Forscher entdecken Mutation im Erbgut einer Familie

Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch haben eine Genmutation entdeckt, die eine häufig vorkommende krankhafte Veränderung des Herzmuskels verursacht.

Die so genannte hypertrophe Kardiomyopathie bleibt vielfach unentdeckt und kann ohne vorherige Warnzeichen zum plötzlichen Herztod führen. In der Vergangenheit sind mehrere Sportler während eines Fußballspiels oder des Berlin Marathons der Krankheit zum Opfer gefallen.

Das Team, dem auch Wissenschaftler aus Köln und Bonn angehören, hat das Erbgut einer großen Familie analysiert, in der viele Mitglieder an der Krankheit leiden. In einem jetzt vorab online erschienenen Report der Zeitschrift Human Molecular Genetics* schildern die Forscher, wie sie mit Hilfe einer so genannten genetischen Kopplungsanalyse der Erkrankungsursache auf die Spur kamen. "Die Entdeckung bietet neue Chancen, irgendwann auch den Mechanismus der Krankheit zu verstehen", hofft der Leiter der Studie, Dr. Christian Geier von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie am Campus Virchow-Klinikum.

... mehr zu:
»Erbgut »Herztod »Kardiologie »Mutation

Solange nicht klar ist, weshalb das mutierte Gen zu krankhaft verdickten Herzmuskeln führt, bleibt der Weg zu einer Heilung versperrt. "Die Krankheit ist in einem frühen Stadium häufig nicht einfach zu erkennen, weil das Spektrum der Symptome so breit ist", erklärt Geier. "Manche Menschen spüren mit 14 Jahren ein Herzstechen oder Herzstolpern, andere mit 60. Einige sind Träger der Mutation, merken aber nie etwas davon und wieder andere fallen ohne Vorwarnung tot um."

Bei Familien, in denen ein Mitglied erkrankt ist, rät Geier deshalb allen Angehörigen 1. Grades zu regelmäßigen kardiologischen Kontrolluntersuchungen in spezialisierten Zentren. "Dort sind erfahrene Ärzte, die auch einschätzen können, ob ein Patient zu der vom plötzlichen Herztod besonders gefährdeten Gruppe gehört", erklärt er. Dann kann nur ein implantierter Defibrillator helfen. Er springt sofort ein, wenn das Herz aus dem Takt gerät. "Das ist ein eingebauter Rettungssanitäter, der nie schläft und den Erkrankten im Ernstfall das Leben rettet."

Leistungssport ist in diesen Fällen besonders gefährlich. Deswegen verlangt Geier im Einklang mit der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie und der sportmedizinischen Kommission des Weltfußballverbands FIFA, bei Wettkampf- oder Leistungssportlern generell das Herz zu untersuchen. "Nur so haben wir eine Chance, tragische Todesfälle zu verhindern", sagt er.

Christian Geier, Katja Gehmlich, et al.: Beyond the sarcomere: CSRP3 mutations cause hypertrophic cardiomyopathy.

doi:10.1093/hmg/ddn160 http://hmg.oxfordjournals.org/cgi/reprint/ddn160

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

Weitere Berichte zu: Erbgut Herztod Kardiologie Mutation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics