Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nichtrauchen ist der wirksamste Schutz vor Herzinfarkt

29.05.2008
Herzstiftung: Passivrauchen schädigt Gefäße bereits im Kindesalter

Nichts hilft besser, sich vor einem - oft tödlichen - Herzinfarkt zu schützen als Nichtrauchen und eine rauchfreie Umgebung. Dabei können auch Menschen, die bisher zur Zigarette griffen und sich für einen dauerhaften Rauchstopp entscheiden, ihr Infarkt- und Sterberisiko drastisch reduzieren. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai hin.

Von allen Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt hat Rauchen die größte Bedeutung und ist damit noch gefährlicher als Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. "Gleichzeitig verkürzt jede bis zum 60. Lebensjahr gerauchte Zigarette das Leben um eine halbe Stunde, und kontinuierliche Raucher sterben im Durchschnitt zehn bis 15 Jahre früher als Nichtraucher", warnt Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Chefarzt im Herz-Zentrum Bad Krozingen und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Dennoch, so der Kardiologe, können selbst langjährige Raucher ihre Lebenserwartung wieder deutlich verlängern und ihre Lebensqualität verbessern, wenn sie das Rauchen aufgeben.

Rauchstopp mit 40 - und neun Jahre länger leben

... mehr zu:
»Herzinfarkt »Passivrauch

So sinkt das Risiko, am Herzinfarkt zu sterben, neuesten Studienergebnissen zufolge bereits fünf Jahre nach dem Rauchstopp auf fast die Hälfte. Bis das allgemeine Sterberisiko eines Ex-Rauchers auf das eines Nie-Rauchers zurückgegangen ist, dauert es allerdings zwei Jahrzehnte. Nikotinverzicht ab dem Alter von 60 Jahren verlängert statistisch gesehen das Leben um drei Jahre, ab einem Alter von 50 sind es sechs und ab 40 sogar neun Lebensjahre.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind häufig jedoch auch die Folge von Passivrauchen: Denn dadurch erhöht sich das Risiko von Nichtrauchern für diese Blutgefäßleiden Schätzungen zufolge um etwa 25 Prozent. "Schockierend ist, dass bereits bei Kindern, bei denen zu Hause geraucht wird, akute Gefäßschädigungen auftreten, die den Vorstufen einer späteren Gefäßerkrankung entsprechen", erklärt Prof. Gohlke mit Verweis auf aktuelle Studienergebnisse. Andere Untersuchungen bei Erwachsenen konnten zeigen, dass schon 30-minütiges Passivrauchen die Funktion gesunder Blutgefäße etwa 24 Stunden lang negativ beeinträchtigt.

Ein umfassender Nichtraucherschutz und die konsequente Umsetzung der Gesetzgebung hierzulande sind für die Deutsche Herzstiftung unverzichtbar. Dass Rauchverbote in der Öffentlichkeit wirksam, schnell und kostengünstig zur Verminderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen, zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern wie Italien, Irland oder den USA. So sank in Italien die Zahl akuter Herzinfarkte bereits ein Jahr nach Einführung eines allgemeinen Rauchverbots um rund zehn Prozent. "Über Rauchverbote hinaus", so Prof. Gohlke, "ist es ganz besonders wichtig, mittels Aufklärung Kinder und Jugendliche vor dem passiven Rauchen zu schützen und Raucherkarrieren gar nicht erst entstehen zu lassen. Eine Vorbildfunktion haben dabei vor allem erwachsene Nichtraucher, aber auch Erwachsene, die sich das Rauchen erfolgreich abgewöhnt haben."

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/955 128-119
Fax: 069/955 128-313
koenig@herzstiftung.de

Pierre König | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt Passivrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Starkes Übergewicht: Magenbypass und Schlauchmagen vergleichbar
17.01.2018 | Universität Basel

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten