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Achtung Ambrosien: Invasive Art mit hohem Allergenpotenzial

28.05.2008
Wildkräuter, die nach Europa eingeschleppt werden und sich wegen mangelnder Konkurrenz fast ungehindert ausbreiten können, haben unter Umständen noch andere Schattenseiten.

Die Ambrosie (Ambrosia artemisifolia) beispielsweise gefährdet nicht nur die Biodiversität heimischer Ökosysteme, sie birgt außerdem ein extrem hohes Allergenpotenzial. Bei fast 80 Prozent der Menschen lösen die Pollen eine Sensibilisierung aus, etwa die Hälfte davon reagiert bei ausreichender Ambrosien-Pollenkonzentration anschließend mit einer Allergie.

Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, breitet sie sich - unter anderem bedingt durch die Folgen des Klimawandels - immer weiter in Europa aus. Die Einschleppungswege sind vielfältig: Über verunreinigtes Vogelfutter oder andere Tierfutter, per Schiff oder in Hohlräumen von Autos und LKW sowie durch ungenügend gereinigtes landwirtschaftliches Saatgut gelangen Samen in fremde Gebiete. Ambrosien kamen schon Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa.

Sie breiteten sich immer dort aus, wo wenig Konkurrenz durch andere Pflanzen herrschte - wie beispielsweise auf Bahndämmen oder Schutthalden. Jede Pflanze kann über 60.000 Samen produzieren, die mehr als 40 Jahre im Boden überdauern können. Da Ambrosien genau wie andere Neophyten, also "Neupflanzen" ein sehr dominantes genetisches Potenzial in sich tragen, können sie heimische Arten verdrängen. Im Falle von Ambrosia geht dies einher mit einer nicht zu unterschätzenden gesundheitlichen Beeinträchtigung der Menschen.

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Eine Konzentration von nur wenigen Samenkörnern pro Kubikmeter Luft kann zu allergischen Reaktionen wie Bindehautentzündungen oder Asthma führen. Die kritische Zeit beginnt Ende Juni und reicht bis zum ersten Frost. Deshalb ist schon frühzeitig Aufmerksamkeit geboten: Bürger sollten die Pflanzen bekämpfen, bevor sich die ersten Blüten bilden. Die korbblütige Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch und kann an den stark verzweigten Sprossachsen erkannt werden. Allerdings ist sie im nicht-blühenden Zustand leicht mit der harmlosen Stauden-Ambrosie, dem gemeinen Beifuß oder dem weißen Gänsefuß zu verwechseln.

Weitere Informationen: Unter www.forum-biodiv.de und www.ambrosia.de gibt es nützliche Informationen und Bilder zum leichteren Erkennen der Pflanzen.

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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