Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam gegen Thrombose und Herzinfarkt

28.05.2008
Im neuen Graduiertenkolleg EuCAR erforschen Nachwuchswissenschaftler der Universitäten Maastricht und Aachen die arteriellen Umbauprozesse

Die medizinischen Fakultäten der RWTH Aachen und der Universität Maastricht intensiveren ihre Zusammenarbeit im Bereich der Spitzenforschung: Im neu eingerichteten internationalen Graduiertenkolleg EuCAR - "Arterielle Umbauprozesse" forschen Nachwuchswissenschaftler grenzüberschreitend an den Aachener und Maastrichter Universitätsklinika auf dem Gebiet der Herz- und Gefäßerkrankungen.

Die bilaterale Forschungskooperation ist in dieser Form bisher einmalig. "Aachen und Maastricht trennen lediglich 30 Kilometer. Aufgrund dieser räumlichen Nähe kann der grenzüberschreitende Austausch auch tatsächlich gelebt werden", freut sich Univ.-Prof. Dr. med. Christian Weber vom Universitätsklinikum Aachen. Zusammen mit seinem niederländischen Kollegen Prof. Dr. Mat Daemen vom Cardiovascular Research Institute Maastricht (CARIM) hat der Direktor des Aachener Instituts für Molekulare Herz-Kreislaufforschung (IMCAR) die kardiovaskuläre Graduiertenschule auf den Weg gebracht. Diese wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Verbund mit der Nederlands Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek (NWO) in den nächsten viereinhalb Jahren mit zwei Millionen Euro gefördert.

Vierzehn hochkarätige Dissertations- bzw. Promotionsprojekte werden künftig von einem Aachener und Maastrichter Professor gemeinsam betreut. Hinzu kommt ein umfassendes Lehrprogramm mit internationalen Arbeitssymposien, Vortragsreihen, Meisterklassen und eLearning-Angeboten, das sowohl in Maastricht als auch in Aachen angesiedelt ist. Veranstaltungen, bei denen unter anderem Know-how zu Patentanmeldungen und Forschungsanträgen oder Schlüsselqualifikationen wie Vortragstechniken oder Mitarbeiterführung vermittelt werden, vervollständigen das Angebot. Die Absolventen des Euregio-Graduiertenkollegs erwerben zudem parallel den deutschen und den niederländischen Doktorabschluss.

... mehr zu:
»DFG »EuCAR »Gefäßerkrankung

Herz- und Gefäßerkrankungen nehmen in der westlichen Welt alarmierend zu. Laut der Weltgesundheitsorganisation starben 2006 rund sieben Millionen Menschen in Europa und in Nordamerika an den Folgen dieser Erkrankungen. Vor diesem Hintergrund gilt es, internationale Spitzenforschung zu bündeln, um neue Therapieoptionen zu entwickeln. "In unserem Graduiertenkolleg werden Nachwuchswissenschaftler beispielsweise den biochemischen Reaktionen im menschlichen Körper nach Einsetzen eines Stents auf den Grund gehen", erklärt Prof. Weber. Wichtig hierbei ist, dass die implantierten Gefäßstützen, die einen Gefäßverschluss beim Patienten beheben sollen, möglichst gut verträglich, also "biokompatibel" sind. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich damit, wie die Ablagerungen beziehungsweise Plaques bei Arteriosklerose-Patienten möglichst stabil gehalten werden kann. "Instabile, das heißt aufbrechende Plaques stellen aufgrund der Thrombose- und anschließenden Herzinfarktgefahr ein besonders hohes Gesundheitsrisiko dar", erläutert Prof. Weber. Erste Kooperationen haben aufgedeckt, dass so genannte Mastzellen zu dieser Destabilisierung beitragen. Im Rahmen des Graduiertenkollegs EuCAR sollen nun Wege gefunden werden, diese Zellen "stillzulegen". Die Übertragung der hierbei gewonnenen Erkenntnisse in die klinische Anwendung wird auch dazu dienen, die Anziehungskraft des parallel gegründeten European Cardiovascular Centre of Excellence (ECCE) in Wissenschaft und Krankenversorgung weiter zu erhöhen.

Graduiertenkollegs werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, eingerichtet und bewilligt. Neben EuCAR genehmigt die DFG jetzt für Aachen ebenfalls das Graduiertenkolleg "Anlaufmanagement" unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Robert Schmitt, Inhaber des RWTH-Lehrstuhls für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement.

von Ilse Trautwein

Weitere Informationen bei: Univ.-Prof. Dr. med. Christian Weber, Tel. 0241/8088692, E-Mail: cweber@ukaachen.de

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwth-aachen.de

Weitere Berichte zu: DFG EuCAR Gefäßerkrankung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops