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Jahresspritze gegen Osteoporose erscheint viel versprechend

04.07.2002


Wirksamkeitsstudie am Klinikum der Universität

Das Klinikum der Universität Würzburg sucht Frauen zwischen 65 und 89 Jahren, die an Osteoporose leiden oder einen Knochenbruch erlitten haben und die bereit sind, an einer Studie teilzunehmen. Dabei soll untersucht werden, ob eine nur einmal im Jahr verabreichte Injektion ("Jahresspritze") bei Osteoporose wirksam ist. Die Studie dauert drei Jahre, die Teilnehmerinnen werden in diesem Zeitraum regelmäßig untersucht und behandelt.


Getestet wird eine Neuentwicklung aus der Medikamentengruppe der Bisphosphonate, die sich vor allem durch eine lange Wirkdauer von allen anderen Therapien der Osteoporose abhebt. Mit dieser Substanz scheine es erstmals möglich zu sein, so eine Mitteilung der Studienleiter, mit einer jährlichen Injektion die Osteoporose erfolgreich zu behandeln. Alle bisherigen Untersuchungen würden zudem zeigen, dass die Spritze gut vertragen wird.

Mit Bisphosphonaten werden gerade bei Patienten, die von der Osteoporose schwer betroffen sind, sehr gute Ergebnisse erzielt. Jedoch sind bei der Einnahme dieser Medikamente bislang einige Regeln zu beachten: Sie müssen eine halbe Stunde vor dem Essen mit viel Wasser im Stehen eingenommen werden. Nicht ganz selten treten als Nebenwirkung Magenbeschwerden auf.

Ob die einfacher anzuwendende "Jahresspritze" mit dem neuen Bisphosphonat tatsächlich hält, was sie verspricht, soll in der Würzburger Studie weiter abgesichert werden. Leiter des Projekts sind Prof. Dr. Bruno Allolio von der Medizinischen Klinik und PD Dr. Peter Schneider von der Klinik für Nuklearmedizin. Interessierte Frauen können sich von Montag bis Freitag zwischen 14.00 bis 16.00 Uhr unter der Rufnummer (0931) 201-35621 mit Dr. Dirk Weismann in Verbindung setzen.

Die Osteoporose ist eine chronische Erkrankung, die bevorzugt bei Frauen und familiär gehäuft auftritt. Gerade zu Beginn bereitet sie keine Beschwerden, so dass sie häufig sehr spät festgestellt wird. Schleichend verlieren die Knochen an Substanz und damit an Festigkeit, so dass es nach jahrelangem Verlauf auch bei geringen Belastungen zu Knochenbrüchen kommen kann. Diese sind gerade bei Senioren wegen möglicher chronischer Schmerzen und des komplikationsreichen Verlaufs gefürchtet. Eine Verminderung der Bruchgefahr ist folglich das wesentliche Ziel einer Osteoporosetherapie.

Osteoporose-Patienten erleiden häufig Wirbelkörperbrüche, die zu chronischen Rückenschmerzen und Rundrücken führen und damit die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders gefürchtet sind aber auch Schenkelhalsfrakturen, also Brüche des Oberschenkels nahe beim Hüftgelenk. Diese Frakturen machen eine Operation mit Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes notwendig und führen häufig zur Pflegebedürftigkeit.

Es ist derzeit nicht möglich, die Osteoporose vollständig zu heilen. Aber mit den Bisphosphonaten stehen Medikamente zur Verfügung, die den Verlauf der Krankheit günstig beeinflussen: Mit ihrer Hilfe gelingt es, die Knochenmasse wieder zu vermehren und auch ein bereits erhöhtes Bruchrisiko zu vermindern.

Robert Emmerich | idw

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