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Trubel um thailändisches Aids-Medikament

04.07.2002



Fachmagazin publiziert umstrittene Paper – Abgeschaltete Website verlinkt zur Polizei

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In den Forscherreihen herrscht Aufregung um ein thailändisches Aids-Medikament. Das Fachmagazin HIV Clinical Trials hat zwei umstrittene Paper über das Medikament V-1-Immunitor publiziert, das aus dem Blut von HIV-1-infizierten Patienten entwickelt wurde. Die Substanz ist aber lediglich als Nahrungs-Ergänzungsmittel in Thailand zugelassen. Der Entwickler von V-1 behauptet jedoch, dass die Substanz in der Bekämpfung der HIV-Infektion wirksam ist. Die Website wurde bereits geschlossen, der Link führt direkt zur Seite der Royal Thai Police.

Die Entwickler von V-1 wollen in Untersuchungen bewiesen haben, dass sich bei 40 Patienten, die das Medikament über einen Zeitraum von drei Monaten eingenommen hatten, der Zustand der CD4-Immunzellen verbesserte. Diese werden bei einer Infektion gewöhnlich durch den HI-Virus abgetötet. Eine andere Forschergruppe erklärte laut BBC, dass sich bei 100 behandelten Aids-Patienten "der Todeseintritt verzögert hat". Nicht nur das thailändische Gesundheitsministerium, auch führende HIV-Experten prangern das Medikament an und sind über die unzulänglichen Publikationen im Fachblatt verärgert. So gebe es z.B. keine Daten, bei wie vielen Personen sich tatsächlich der CD4-Zellen-Anteil erhöhte.


Die Substanz V-1 wird bereits seit mehr als einem Jahr in Thailand vermarktet. Zuerst wurde das Medikament gratis an tausende Patienten verteilt. Aktuell verlangen die Hersteller einen Betrag von 20 Dollar pro Monat für die Behandlung. Der Herausgeber des Fachblatts bedauert die Publikation nicht. Er wird Experten aber Hintergrund-Informationen über die kontroversen Veröffentlichungen weitergeben. Demzufolge wurden die Paper vor der Publikation nicht einem Experten-Review unterzogen.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.immunitor.com/

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