Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plasmaverfahren hält medizinische Instrumente steril

03.07.2002


Auch Lebensmittelbranche an Sterilisationsmethode interessiert

Forscher des Instituts für Niedertemperatur-Plasmaphysik (INP) und des Instituts für Pharmazie in Greifswald haben ein Plasmaverfahren zur Sterilisation von medizinischen Instrumenten entwickelt. Nach dreijähriger Forschungszeit wurde heute, Dienstag, die Laboranlage, in der chirurgische Bestecke ohne größeren Aufwand keimfrei gemacht werden, präsentiert. Bei dem Verfahren werden die Instrumente einer UV-
Strahlung aus einer Quecksilberniederdruck-Quelle ausgesetzt, erklärte der Pharmakologe Wolf-Dieter Jülich. Dabei wird die genetische Struktur der Bakterien zerstört.

Im Unterschied zu herkömmlichen Verfahren, bei denen die Medizintechnik unter Einwirkung von Hitze, hoch toxischen Gasen oder Gammastrahlung sterilisiert wird, wirke das Plasmaverfahren schonend auf die empfindlichen Materialien. Die Technologie eigne sich daher besonders für die Behandlung flexibler Endoskope und moderner Kunststoffteile, so Jülich. Zudem konnte durch eine pulsartige Entladung der Plasmaquelle der Energieeinsatz auf vier Prozent reduziert werden, berichtet der Nachrichtendienst ddp.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit mehr als 500.000 Euro gefördert. Noch in diesem Jahr soll eine Neubrandenburger Firma einen Prototyp für die plasmagestützte Sterilisation bauen. Nach entsprechenden Tests unter Praxisbedingungen will die Berliner Medizinservicefirma Vanguard AG eine zentrale Aufbereitungsstelle einrichten. In dem Servicezentrum können so nach dem Greifswalder Verfahren medizinische Instrumente von Krankenhäusern aus ganz Europa keimfrei gemacht werden.

Gleichzeitig wollen die Forscher prüfen, ob die inzwischen patentierte Lösung auch in anderen Bereichen angewendet werden kann. Zusammen mit der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere auf der Insel Riems und dem Robert-Koch-Institut soll zudem ein Verfahren getestet werden, mit dem auch Viren und Prionen vernichtet werden können. Interesse für die plasmagestützte Sterilisation meldeten auch Unternehmen der Lebensmittelbranche an, wie z.B. das Institut für Getreideverarbeitung im brandenburgischen Bergholz-Rehbrücke, das unter anderem an einer Technologie zur industriellen Algenproduktion arbeitet.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.inp-greifswald.de/
http://www.vanguard.de/

Weitere Berichte zu: Lebensmittelbranche Plasmaverfahren Sterilisation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Antibiotikaresistenzen durch Nanopartikel überwinden?
15.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik