Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoffnung für schwerkranke Patienten - neue Herzklappe bei lokaler Betäubung

09.05.2008
Ärzte des Ulmer Universitätsklinikums haben in dieser Woche erstmals in Baden-Württemberg ein neues Verfahren angewendet, bei dem eine neue Herzklappe mit einem Katheter über die Leistenschlagader eingesetzt wird.

Für das Verfahren ist lediglich eine lokale Betäubung erforderlich. "Daher nutzen wir es für Patienten, bei denen eine Herzoperation mit Öffnung des Brustkorbes und unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine ein zu hohes Risiko birgt, weil sie zu alt oder zu krank sind", erläutert Prof. Dr. Andreas Hannekum, Ärztlicher Direktor der Ulmer Herzchirurgie. "Aktuellen Untersuchungen zufolge, sind dies bis zu 30 Prozent aller Patienten mit einer hochgradigen Aortenklappen-Verengung", so Hannekum.

Die Aortenklappen-Einengung ist einer der häufigsten Herzklappenfehler, besonders bei älteren Men-schen. Ist der Klappendurchgang verengt, kann das Herz nur noch mit großer Anstrengung Blut aus der linken Herzkammer in die Brustschlagader pumpen. Es drohen eine Überanstrengung oder Schwächung des Herzmuskels sowie eine unzureichende Sauerstoffversorgung - Folge können Herzrhythmusstörungen, Herzschmerzen oder Ohnmachten sein.

Kardiologen, Herzchirurgen und Radiologen haben am Ulmer Universitätsklinikum in enger Zusammenarbeit mehrere Patienten behandelt, die Eingriffe verliefen ohne Komplikationen. "Dabei haben wir mit Hilfe eines Katheters über die Leistenschlagader zunächst die verengte Aortenklappe aufgedehnt und mit einem selbstöffnenden rohrförmigen Stent stabilisiert", erklärt Prof. Dr. Jan Torzewski, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II. "Im gleichen Vorgang wurde dabei die zusammengefaltete neue Herzklappe, die aus biologischem Material besteht, an die richtige Position gebracht und entfaltet", so Torzewski.

... mehr zu:
»Betäubung »Herzklappe »Radiologie

"Für diesen komplexen Eingriff ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen entscheidend", erläutert Dr. Uwe Gallmeier, Oberarzt in der Herzchirurgie. "Wissen und Erfahrung von Herzkatheterspezialisten und Herzchirurgen müssen sich ergänzen." Die exakte Vordiagnostik der Radiologen ermöglicht den Ärzten zu beurteilen, bei welchen Patienten das neue Verfahren sinnvoll ist. Sie liefert ihnen auch genaueste Informationen für den Eingriff. "Dabei ist der neue Hochleistungs-Computertomograph, den wir erst kürzlich in der Radiologie eingeweiht haben, eine entscheidende Hilfe", betont PD Dr. Martin H. K. Hoffmann. "Das Gerät liefert die notwendigen detailreichen, aussagekräftigen Bilder des Herzens", so der Oberarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Hans-Jürgen Brambs).

Die transkutane Aortenklappen-Implantation wird in Deutschland bisher nur an wenigen großen Herzzentren durchgeführt, in Baden-Württemberg ist Ulm der erste Standort. Am Universitätsklinikum Heidelberg wurde ebenfalls in dieser Woche einem Patienten mit einer kleinen Brustkorböffnung unter Narkose eine neue Herzklappe eingesetzt (transapikale Implantation).

Petra Schultze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500.43.043
Fax: +49 - (0)731 - 500.43.026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

Weitere Berichte zu: Betäubung Herzklappe Radiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie