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Genmodifizierte Bakterien reinigen Zähne

28.06.2002


Antikörper heften sich an Karies auslösendes Streptococcus mutans

Forscher des Karolinska Institutes in Stockholm haben das Bakterium im Joghurt, Lactobacillus zeae, gentechnisch verändert, damit dieses einen Schutz gegen Karies bildet. Das Team um Lennart Hammarstrom heftete gegen das Bakterium Streptococcus mutans, das am häufigsten Karies verursacht, einen Antikörper an die Oberfläche von L. zeae. Ratten, denen diese modifizierten Bakterien verabreicht wurden, sollen weniger häufig Zahnfäule entwickelt haben, berichtet Nature in seiner Online-Ausgabe.

Die Methode sieht vor, dass sich der Antikörper an jenes Molekül von S. mutans bindet, das sich gewöhnlich an die Zähne heftet. S. mutans und der Antikörper verklumpen und werden geschluckt. Hammarstrom geht davon aus, dass der Lactobacillus das Bakterium S. mutans vermutlich durch die Bildung der Milchsäure abtötet. Die Vorteile der Lactobacillen werden auch industriell in der Fertigung von so genanntem "functional Food" verwendet. Sie sollen die Darmflora positiv beeinflussen.

Hammarstroms Team will nun im nächsten Schritt den Lactobacillus mit Antikörpern gegen eine Reihe von infektiösen Substanzen ausstatten so z.B. gegen das Rotavirus, das als Erreger von Durchfallerkrankungen gilt, und gegen Heliobacter, das mit der Bildung von Magengeschwüren in Zusammenhang steht. Die Idee Hammarstroms ist es, nützliche Bakterien Entwicklungsländern als kostengünstige Therapien anzubieten. Auch Reisenden sei mit "gefriergetrockneten Bakterien-Kapseln, die man am Flughafen kaufen könnte, gegen Durchfallerkrankungen geholfen", so der Forscher. Mit der dafür nötigen Technologie ist aber erst in ein bis zwei Jahren zu rechnen und Marktreife könnten derartige Produkte aufgrund von Zulassungsverfahren und der öffentlichen Abwehrhaltung gegenüber genmodifizierten Organismen erst in fünf bis zehn Jahren erlangen.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/

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