Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühwarnsystem für Ausdauersportler - Radiologen erkennen Schädigungen an Gelenken und Muskeln schon im Frühstadium

02.05.2008
Ausdauersportler sind hart zu sich selbst. Verletzungen an Gelenken, Knochen und Gewebe beachten sie erst, wenn sie starke Schmerzen haben. Schäden entstehen aber schon wesentlich früher.

Mediziner des Landeskrankenhauses Klagenfurt haben in einer Studie Teilnehmer des Kärntner Triathlons vor und nach dem Wettkampf untersucht. Sie fanden heraus, dass viele Athleten schon vor dem Wettkampf so genannte Mikroverletzungen aufwiesen - die sich dann durch den Wettkampf verschlimmerten. Mit Hilfe moderner Magnetresonanztomographen können Radiologen heute schon kleinste Veränderungen feststellen, die bei Belastung aber möglicherweise zu Frakturen und ernsthaften Knorpelverletzungen führen.

Im Laufe des Wettkampfes in Kärnten vergrößerten sich die Vorschäden bei einigen Athleten und entwickelten sich zu Kniegelenksergüssen, Entzündungen der Achillessehne, Muskelödemen und periostalen Ödemen. Besonders häufig diagnostizierten die Radiologen Ödeme, das sind Wasseransammlungen, die in dauerhaft überbelasteten Gelenken entstehen und das Gewebe schwächen. Dr. Sandra Habernig, Radiologin am Landekrankenhaus Klagenfurt und Leiterin der Studie, rät: "Sportler können Überlastungsschäden durch eine MRT-Untersuchung schon früh erkennen und ihr Training entsprechend gestalten." Deshalb sei es auch für Breitensportler sehr wichtig, sich rechtzeitig medizinischen Checks zu unterziehen. "Im Ausdauersport sind die Belastungen für Amateure ähnlich hoch wie für Profis", erklärt Habernig.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie des Radiologischen Instituts der Universität Essen und des Erwin L. Hahn Instituts für Magnetresonanz in Essen. Die Mediziner untersuchten mit einem neuen Hochleistungs-Magnetresonanztomographen mit einer Stärke von sieben Tesla die Sprunggelenke von Marathonläufern nach einem Wettkampf. "Bei vielen Athleten wiesen wir im Anschluss an den Wettkampf winzige Verletzungen nach. Wann diese entstanden sind, können wir mit dieser Studie allerdings nicht sagen", erläutert die Leiterin der Studie, Dr. Susanne Ladd. "Einige Athleten hatten zum Beispiel Knorpelverletzungen, die irreparabel sind. Veränderungen wie diese hätten wir mit normaler Technik kaum sehen können - sie führen aber häufig zu einer Arthrose", bestätigt Patrick Kokulinsky, Radiologe aus dem Team von Dr. Ladd.

... mehr zu:
»Gelenk »Radiologie

Die Mediziner der Triathlon-Studie bestätigen, dass besonders das Laufen für die diagnostizierten Verletzungen verantwortlich ist. In der Untersuchung der Triathleten stellten die Ärzte beispielsweise kaum Veränderungen in Schulter-, Brust- und Armbereich fest, obwohl die Athleten knapp vier Kilometer geschwommen waren und auch in der Vorbereitung intensiv im Wasser trainiert haben. Dr. Habernig rät daher, das Training für ausdauerndes Laufen umzustellen und sich schonend auf einen Wettkampf vorzubereiten. Jedoch betonen die für die Studien verantwortlichen Ärzte auch, dass niemand sich vom Sport abhalten lassen soll. Denn ein ausgewogenes Training trainiert schließlich auch die Knochen und Gelenke sowie das Herz-Kreislauf- System. Dies zählt auch und vor allem für Breiten- und Freizeitsportler. Wenn Sie Fragen haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Florian Schneider | idw
Weitere Informationen:
http://www.roentgenkongress.de

Weitere Berichte zu: Gelenk Radiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Selbstheilende Katalysatoren für die Wasserstoffproduktion

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Herpesviren den Wettlauf mit dem Immunsystem gewinnen

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie