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Alzheimer mit PET frühzeitig erkennen

18.04.2008
Demenzielle Erkrankungen wie beispielsweise Alzheimer können seit neuestem mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) frühzeitig erkannt werden.

Bei der PET werden mittels radioaktiv markierter Substanzen, so genannter Radiotracer, bestimmte Funktionsprozesse des Gehirns dargestellt. Ein neues Verfahren ermöglicht nun, die für die Alzheimer-Demenz charakteristischen Eiweißablagerungen im Gehirn, das so genannte beta-Amyloid, darzustellen.

Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung Leipzig neue radioaktive Substanzen, die die Übertragung bestimmter Botenstoffe wie Azetylcholin im Gehirn markieren. Die Erkenntnisse, die mit diesem Verfahren gewonnen werden, diskutieren Nuklearmediziner auf der Jahrestagung NuklearMedizin 2008 der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN). Diese findet vom 23. bis 26. April 2008 im Congress Center Leipzig statt.

"Die Bildgebung von nikotinischen Azetylcholinrezeptoren halte ich für eines der innovativen Verfahren, um neu entwickelte therapeutische Strategien der Alzheimer-Demenz zu überprüfen und Patienten bereits in sehr frühen Erkrankungsstadien zu diagnostizieren", so Prof. Dr. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig und Kongresspräsident der Jahrestagung NuklearMedizin 2008. Dass eine Abnahme von so genannten Nikotin-Rezeptoren bereits früh in der Entstehung der Alzheimer-Demenz eine Rolle spielt, ist bereits aus Tieruntersuchungen bekannt. Erstmals wurden in Leipzig jedoch auch Messungen mit PET bei einer großen Anzahl von Patienten durchgeführt.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen darauf hoffen, eine Alzheimer-Demenz bereits in einem sehr frühen Stadium sicherer diagnostizieren zu können. Eventuell wird es mit dieser Methode auch möglich sein, Patienten zu identifizieren, die ein hohes Risiko haben, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln. Sabri wurde unter anderem für seine Studien auf dem Gebiet "Anwendung von Neuro-PET und Neuro-SPECT in der neuropsychiatrischen Bildgebung von Demenz und Schizophrenie" mit dem "arabischen Nobelpreis" (KFAS-Preis) ausgezeichnet.

Die Veränderung der so genannten Alterspyramide hin zu einem höheren mittleren Bevölkerungsalter in der westlichen Welt wird zu einer deutlichen Zunahme an Demenz-Erkrankungen mit einer hohen Zahl an pflegebedürftigen Patienten führen. Mehr als die Hälfte der demenziellen Krankheiten sind durch die Alzheimer-Demenz bedingt, für deren effektive Behandlung eine frühzeitige Diagnosestellung notwendig ist. Hier kann die PET einen wichtigen Beitrag leisten.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Julia Schilling
Hospitalstraße 7, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de

Julia Schilling | idw
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin2008.de
http://www.nuklearmedizin.de

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