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Pilotprojekt elektronischer Mutterpass erfolgreich gestartet

17.04.2008
Metropolregion Rhein-Neckar - Vorreiter in sicherer und aktiver Schwangerenvorsorge

Jede Schwangere in Deutschland kennt und hat ihn - den Mutterpass.

In dem 16-seitigen blaugrünen Heft werden alle wichtigen Daten zur Schwangerschaft und Geburt dokumentiert. Jetzt erprobt die Universitäts-Frauenklinik Heidelberg gemeinsam mit sieben niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen und zwei Kliniken für Geburtsmedizin der Gesundheitszentren Rhein-Neckar den elektronischen Mutterpass. Damit sollen Schwangere noch besser versorgt werden.

Im Pilotprojekt wird der herkömmliche Mutterpass in Papierform durch einen elektronischen Mutterpass (eMP) in der persönlichen Gesundheitsakte LifeSensor des Walldorfer eHealth-Spezialisten InterComponentWare AG (ICW) ergänzt. An dem auf 12 bis 15 Monate angelegten Projekt sollen rund 200 Schwangere teilnehmen, 55 beteiligen sich bereits.

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Das Pilotprojekt wird von einer Erwartungs- und Nutzenevaluation begleitet, die von der FB+E (Forschung, Beratung + Evaluation GmbH) durchgeführt wird. FB+E ist Herausgeber des bekannten BabyCare Vorsorgeprogramms, das Schwangeren eine individuelle Analyse ihrer Ernährung und ihres Lebenswandels mit Empfehlungen für einen gesunden Verlauf der Schwangerschaft bietet.

Eingeführt 1961, hat sich der Papier-Mutterpass als fester Bestandteil der Schwangerenvorsorge in Deutschland etabliert: Jede werdende Mutter erhält den Mutterpass von ihrem Frauenarzt, sobald die Schwangerschaft festgestellt wurde. In dem Heft werden über die Geburt des Kindes hinaus alle wichtigen Daten zur Gesundheit der Mutter, z.B. Blutgruppe, Anteil des roten Blutfarbstoffs, Untersuchungsergebnisse zu Infektionen (Röteln, Toxoplasmose) sowie Informationen zu familiären Belastungen und zum Zustand des Kindes (Lage, Gewicht, Größe) und der voraussichtliche Geburtstermin eingetragen.

Der Mutterpass unterstützt die behandelnden Ärzte und Hebammen, den Verlauf der Schwangerschaft und mögliche Risiken zu dokumentieren. Die in dem Pass eingetragenen Daten liefern auch bei der Geburt oder bei medizinischen Notfällen wichtige Informationen.

Seit 1961 hat sich viel geändert: Schwangere stellen heute andere Ansprüche an die Gesundheitsvorsorge, und auch die Rolle des Frauenarztes hat sich seit den 60er Jahren gewandelt. Und auch wenn heute etwa 70 bis 80 Prozent der Schwangeren nach einer problemlosen Schwangerschaft gesunde Kinder gebären, besteht nach wie vor das Risiko von Fehl- und Frühgeburten oder Fehlbildungen.

Sicher durch die Schwangerschaft

Der elektronische Mutterpass will die Schwangerenvorsorge moderner gestalten und gleichzeitig dazu beitragen, Risiken und Komplikationen zu reduzieren. Darüber hinaus soll er die sektorenübergreifende Zusammenarbeit von Ärzten und Kliniken stärken: Im elektronischen Mutterpass und der persönlichen LifeSensor Gesundheitsakte stehen der Schwangeren ihre Gesundheitsdaten jederzeit und überall online zur Verfügung.

Schnell und einfach lassen sich Arztbesuche und Befunde dokumentieren, medizinische Termine verwalten oder Gesundheitsdaten speichern. Der elektronische Mutterpass ist fester Bestandteil der LifeSensor Gesundheitsakte und wird den Schwangeren im Rahmen des Pilotprojekts kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nur mit Zustimmung der Schwangeren können ihr Frauenarzt sowie weiteres medizinisches Fachpersonal auf die Gesundheitsdaten zugreifen, ergänzen und sich austauschen. Der Frauenarzt kann mit diesen Informationen individuelle Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge und -verbesserung erarbeiten und mit der Schwangeren besprechen.

Um den Informationsaustausch zwischen den teilnehmenden Krankenhäusern und Praxen zu optimieren, setzen die Mediziner die ICW Practice Communication and Documentation Software (PCD) ein. Damit können sie gesundheitsrelevante Informationen direkt in die LifeSensor Gesundheitsakte der Schwangeren übertragen und den Verlauf der Schwangerschaft im elektronischen Mutterpass dokumentieren. "Das Pilotprojekt ist der erste und entscheidende Schritt hin zu einer medizinisch optimalen und gleichzeitig individuellen und schwangerenzentrierten Geburtshilfe. Der elektronische Mutterpass wird negative Folgen von Risiken für Mutter und Kind senken helfen", so Prof. Dr. med. Prof. h.c. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.

Teilnehmende Praxen und Kliniken in der Metropolregion Rhein-Neckar

Dr. Dietl in Eberbach, Dr. Henkel/Dr. Schipperges in Heidelberg, Dr. Klapp/ Klapp-Felfoul in Heidelberg, Dr. Küppers/Dr. Henrich in Sinsheim, Dr. Merz in Meckesheim, Dr. Schairer in Östringen, Dr. Scheuring in Östringen, Universitäts-Frauenklinik Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. med. Prof. h.c. Christof Sohn, Krankenhaus Schwetzingen, Gynäkologie und Geburtshilfe unter der Leitung von Dr. Goerke sowie Krankenhaus Sinsheim, Gynäkologie und Geburtshilfe unter der Leitung von Dr. Schumacher.

Das Pilotprojekt wurde heute bei einem Pressegespräch an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg vorgestellt. In einer anschließenden Live-Demonstration an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg und in der Praxis der niedergelassenen Frauenärzte Dr. Jose Klapp und Marcela Klapp-Felfoul in Heidelberg war zu sehen, wie der sektorenübergreifende Informationsaustausch schon heute schnell und einfach funktionieren kann.

Interessierte Schwangere erhalten weitere Informationen bei Ihrem teilnehmenden Gynäkologen, unter www.lifesensor.com oder im LifeSensor Service-Center (Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr) unter der Rufnummer 01805 44 56 44 (0,14 EUR/Min, Mobilfunkpreise abweichend).

Ein Beispiel aus der Praxis Dr. med. Jose Klapp / Marcela Klapp-Felfoul, Heidelberg

Der vierjährige Sohn der schwangeren Stefanie M. hat sich im Kindergarten mit Ringelröteln angesteckt. Ringelröteln werden durch Parvo-Viren (B19) verursacht. Diese für Kinder harmlose Infektion birgt für Frau M. ein enormes Risiko, da es bei ihrem ungeborenen Kind zu Blutarmut (Anämie) führen und tödlich enden kann. Die Gynäkologin Marcela Klapp-Felfoul macht einen Bluttest bei Frau M. Da der Befund positiv ist, wird eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt. Auch dieser Befund ist positiv. Marcela Klapp-Felfoul nimmt nun eine Doppler-Ultraschall-Untersuchung vor, um den Blutfluss von Mutter und Kind zu untersuchen. Dabei stellt sie fest, dass der Fötus zu wenig Blut im Körper hat und eine lebensrettende Bluttransfusion benötigt. Sie überweist Frau M. sofort in die Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.

Dort hat Prof. Dr. med. Prof. h.c. Christof Sohn über den elektronischen Mutterpass in der Gesundheitsakte LifeSensor von Frau M. Einblick in die vollständigen Untersuchungsergebnisse von Marcela Klapp-Felfoul. Auch Professor Sohn kommt zu dem Ergebnis, dass eine Bluttransfusion im Mutterleib notwendig ist und führt diese durch. Die Ergebnisse seines Eingriffs und einen Arztbrief überträgt er ebenfalls in den elektronischen Mutterpass von Frau M.

Zurück in der Praxis von Marcela Klapp-Felfoul öffnet diese den elektronischen Mutterpass und sieht die Ergebnisse von Pof. Sohn. Anschließend führt sie eine erneute Doppler-Ultraschall-Untersuchung durch: Das Kind verfügt jetzt über ausreichend Blut und ist gerettet.

Die Schwangerschaft kann normal weitergehen. "Im elektronischen Mutterpass der Schwangeren sind alle Untersuchungen übersichtlich dokumentiert - weit ausführlicher als mit dem bisherigen Papier-Mutterpass möglich. Daher ist der neue elektronische Mutterpass für jede Schwangere von Vorteil", so Marcela Klapp-Felfoul.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
InterComponentWare AG (ICW)
Dirk Schuhmann
Tel: ++49 (0) 6227-385-133
Fax: ++49 (0) 6227-385-199
E-Mail: Dirk.Schuhmann@icw.de
Über ICW:
InterComponentWare (ICW) ist ein führender internationaler eHealth-Spezialist mit Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Bulgarien. Ihre Lösungen zur Vernetzung der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen verbessern nachhaltig die prozessorientierte Kommunikation und Datenintegrität -und damit die Qualität der medizinischen Versorgung: Die persönliche LifeSensor Gesundheitsakte ist z.B. das Fenster zur Gesundheit für jeden Menschen. Vernetzungslösungen für Kliniken und niedergelassene Ärzte aus der ICW Professional Suite erleichtern die sektorenübergreifende Kommunikation medizinischer Daten.

Zusätzlich bietet ICW Technologien und Services für nationale eHealth-Infrastruktur-Projekte an. Als Teil des bIT4health-Konsortiums hat ICW wichtige Beratungsleistungen zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland erbracht, ist am österreichischen eCard-Projekt beteiligt und hat das Pilotprojekt für die bulgarische Gesundheitskarte gewonnen.

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/

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