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Narkosemittel verhindert schmerzhafte Erinnerungen

14.04.2008
Sevofluran beeinflusst Amygdala und Hippokampus

Geringe Mengen eines häufig eingesetzten Anästhetikums können das Entstehen von schmerzhaften Erinnerungen verhindern. Wissenschaftler der University of California haben nachgewiesen, dass Sevofluran-Gas dafür sorgt, dass Patienten sich nicht an gefühlsmäßig aufgeladene Bilder erinneren.

Scans zeigten, dass das Narkosemittel die Signale zwischen zwei entscheidenden Bereichen des Gehirns beeinflusste. Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnisse in jenen seltenen Fällen helfen könnten, in denen sich Patienten trotz Narkose an Details von Operationen erinnern. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Narkosemittel werden hauptsächlich dafür eingesetzt, damit die Patienten während eines Eingriffes nicht bei Bewusstsein sind. Ihre Auswirkungen auf den Körper sind jedoch bei weitem komplexer. Die Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen von viel geringeren Mengen als normalerweise von einem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden. Die Freiwilligen wurden entweder mit dem Anästhetikum oder einem Placebo-Gas behandelt. Anschließend wurde ihnen eine Reihe von Fotografien gezeigt. Einige zeigten Alltägliches wie eine Tasse Kaffee. Andere sollten eine weitaus stärkere emotionale Reaktion hervorrufen. Dazu gehörte zum Beispiel eine abgetrennte blutige Hand.

Nach einer Woche wurden die Teilnehmer ersucht, sich an so viele Bilder wie möglich zu erinnern. Jene, die das Plazebo-Gas erhalten hatten, erinnerten sich durchschnittlich an rund 29 Prozent der stark emotionalen Bilder und zwölf Prozent der anderen. Jene, die mit Sevofluran behandelt worden waren, erinnerten sich nur an fünf Prozent der gefühlsmäßig aufgeladenen Bilder und zehn Prozent der anderen.

Gehirnscans ergaben, dass das Gas anscheinend die Impulse zwischen Amygdala und Hippokampus beeinflussten. Beide Bereiche sind dafür bekannt, dass sie an der Verarbeitung von Gefühlen und Erinnerungen beteiligt sind. Auswirkungen auf bereits bestehende, ältere Erinnerungen scheint dieser Behandlungsansatz laut BBC nicht zu haben.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.socsci.uci.edu
http://www.pnas.org

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