Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Politik ebnet Weg für flächendeckende Einführung des AGnES-Konzeptes

11.04.2008
Freie Bahn für Schwester AGnES!

Am 14. März wurde im Deutschen Bundestag im Zuge des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes eine Ergänzung im SGB V, § 87 verabschiedet.

Damit wird der Bewertungsausschuss der Kassen und KBV beauftragt, mit Wirkung zum 1. Januar 2009 eine Vergütungsregelung für ärztlich angeordnete Leistungen in der Häuslichkeit der Patienten zu treffen. Mit dieser Änderung wurde ein Vorschlag der Arbeitsgruppe AGnES aufgegriffen, an der insbesondere Vertreter der Sozialministerien aller neuen Bundesländer beteiligt sind.

Das AGnES-Konzept (AGnES = Arztentlastende, Gemeindenahe, E-Healthgestützte, Systemische Intervention) wurde seit 2005 vom Institut für Community Medicine der Universität Greifswald entwickelt und in mehreren Projekten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt erprobt. Die Projekte wurden zum größten Teil aus dem Europäischen Sozialfonds und Mitteln der jeweiligen Bundesländer finanziert. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind auch die Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen finanziell und inhaltlich beteiligt.

... mehr zu:
»AGnES »AGnES-Konzept

Das Konzept basiert auf der Delegation hausärztlicher Leistungen an nichtärztliches Praxispersonal (Gesundheits- und Krankenpfleger, medizinische Fachangestellte, Arzthelferinnen) insbesondere von Hausbesuchen bei Patienten. Das Konzept wurde speziell für Regionen, die von hausärztlicher Unterversorgung bedroht sind, entwickelt. Außer der Abkürzung, die an eine populäre Fernsehfigur der 1970er Jahren erinnert, hat das AGnES-Konzept keine strukturellen Gemeinsamkeiten mit der Gemeindeschwester aus DDR-Zeiten.

Bisher waren über 1.000 Patienten, 44 Hausärzte und 40 Krankenschwestern und Arzthelferinnen an den Praxisprojekten beteiligt; insgesamt wurden etwa 5.500 Hausbesuche durchgeführt. Die Ergebnisse sind durchweg positiv und zeigen eine hohe Akzeptanz des Konzeptes bei den beteiligten Ärzten und Patienten.

Wesentliches gesundheitspolitisches Ziel des AGnES-Konzeptes ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Delegation medizinischer Tätigkeiten durch den Arzt an dafür qualifizierte Mitarbeiter und damit die stärkere Einbeziehung nichtärztlicher Gesundheitsberufe in die Versorgungskonzepte. Dieses ist gemeinsames Ziel der großen Koalition in Berlin und wird ausdrücklich von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer unterstützt.

Durch die aktuell erfolgte Gesetzesänderung können qualifizierte Mitarbeiter des Praxisteams Aufgaben im medizinischen Bereich und auch Hausbesuche auf Anordnung des Hausarztes übernehmen.

Durch AGnES wird keine neue Struktur in der medizinischen Versorgung geschaffen, sondern im Gegenteil durch die Qualifizierung von Mitarbeitern in der Hausarztpraxis einer Doppelstruktur effektiv entgegengewirkt. Nach den erfolgreichen Modellversuchen und der Schaffung der gesetzlichen Grundlagen steht nun die Einführung von AGnES in die Regelversorgung unmittelbar bevor.

Ansprechpartner Universitätsklinikum Greifswald
Institut für Community Medicine
Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health
Ellernholzstraße 1-2, 17475 Greifswald
Projektleitung: Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, MPH
T +49 3834 86-77 50
E wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
Wissenschaftliche Koordination
Dr. rer. med. Neeltje van den Berg
T +49 3834 86-77 71
E neeltje.vandenberg@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-greifswald.de/icm/institut.html

Weitere Berichte zu: AGnES AGnES-Konzept

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie