Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mammographie-Screening: Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen

08.04.2008
Ulla Schmidt und Sigmar Gabriel zum Mammographie-Screening: Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen

Mehr als 1,4 Millionen Frauen haben bereits am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilgenommen. Das wurde heute in Berlin auf einem Kongress bekannt, den das Bundesumweltministerium, das Bundesgesundheitsministerium und die Kooperationsgemeinschaft Mammographie gemeinsam veranstalten. 10 Millionen Frauen in Deutschland im Alter von 50 bis 69 Jahren werden alle zwei Jahre zur Teilnahme eingeladen.

In Deutschland erkranken jährlich rund 57.000 Frauen neu an Brustkrebs. 17.500 Frauen versterben an den Folgen dieser Erkrankung. Ziel des Programms ist es, durch eine frühzeitige Diagnose von Brustkrebs und einer schonenden und qualifizierten Therapie die Sterblichkeit an Brustkrebs in Deutschland deutlich zu senken.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Qualität ist oberstes Gebot dieses Programms. In unserem Gesundheitssystem hat es bisher keine vergleichbaren Anstrengungen zur Qualitätssicherung beim Aufbau eines Früherkennungsprogramms gegeben. Die Qualität ist deshalb von so zentraler Bedeutung, weil das Erkennen der Brustkrebserkrankung in einem möglichst frühen Stadium äußerst schwierig ist. Sie ist auch deshalb so wichtig, weil die Untersuchung mit Röntgenstrahlen voraussetzt, dass der Nutzen deutlich größer ist als ein mögliches Strahlenrisiko.“

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Mammographie-Screening rettet Leben. Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Für die besonders gefährdete Gruppe der Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren haben wir in Deutschland mit dem Mammographie-Screening eine Früherkennungsmaßnahme geschaffen, die allerhöchsten europäischen Qualitätsvorgaben genügt. Die Sicherheit der Geräte ist durch die täglich vorgeschriebene Überprüfung gewährleistet. Jeder Befund wird von zwei hochspezialisierten Ärztinnen oder Ärzten getrennt beurteilt. Es findet eine laufende externe medizinische und technische Qualitätskontrolle statt. Die Frauen können sich bei dieser Untersuchung gut aufgehoben fühlen. Mein Appell: Nutzen Sie diese Früherkennungsmöglichkeit!“

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie, die von den Spitzenverbänden der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung getragen wird, zog eine positive erste Bilanz. Dr. Andreas Köhler, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: „Die besonderen Qualitätsanforderungen werden von den Ärzten sehr ernst genommen. Die hohe Qualität und die Transparenz des Programms sind wesentliche Voraussetzungen für seine Akzeptanz. Unsere klare Botschaft lautet: Mammographie-Screening rettet Leben. Noch nie zuvor hatten wir in Deutschland eine qualitativ so hochwertige und zuverlässige Brustkrebsfrüherkennung.“

Rolf Stuppardt, Vorstandsvorsitzender des IKK-Bundesverbandes: „Mit dem Mammographie-Screening haben wir einen entscheidenden Schritt gemacht, um das so genannte graue Screening einzuschränken. Das ist eine wichtige Maßnahme des Verbraucherschutzes für unsere Versicherten. Denn die hohe Qualität von der Einladung über die Diagnose bis hin zur Therapieeinleitung ist das oberste Gebot. Je mehr Frauen teilnehmen, desto mehr Leben können wir retten"

Bundestag und Bundesrat hatten 2002 die Spitzenverbände der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung aufgefordert, ein flächendeckendes, bevölkerungsbezogenes und qualitätsgesichertes Brustkrebs-Früherkennungsprogramm nach den Leitlinien europäischer Experten einzuführen. Damit baute man auf den von Krankenkassen und Ärzten initiierten Modellprojekten auf. Die gemeinsame Selbstverwaltung gründete die Kooperationsgemeinschaft Mammographie, die in Deutschland für die Umsetzung des Brustkrebs-Screenings verantwortlich ist. In einer großen Gemeinschaftsaktion von Krankenkassen, Ärzten, Ländern und Bund ist das Programm unter der Federführung der Kooperationsgemeinschaft inzwischen bundesweit angelaufen.

Wesentliche Elemente des Screening-Programms sind

- ein bevölkerungsbezogenes Einladungswesen, das alle zwei Jahre Frauen die Gelegenheit gibt, freiwillig an der Früherkennungs-Untersuchung teilzunehmen,

- die Befundung jeder Mammographie von mindestens zwei hoch qualifizierten Ärzten sowie

- hohe Voraussetzungen für die Gerätetechnik sowie die Qualifizierung des medizinisch-technischen und ärztlichen Personals.

Ergänzt wird das Programm durch strenge Anforderungen an die Evaluation des laufenden Programms unter Einbeziehung des Krebsregisters durch die Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Für das Programm werden durch die gesetzliche Krankenversicherung jährlich zwischen 250 und 300 Millionen Euro. aufgewandt. Das Programm richtet sich an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, weil nur für diese Altersgruppe der Nutzen des Mammographie-Screenings wissenschaftlich hinreichend belegt ist.

| BMG News
Weitere Informationen:
http://www.mammographie-kongress.de
http://www.bmg.bund.de

Weitere Berichte zu: Brustkrebs Mammographie Mammographie-Screening

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics