Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste transatlantische telemedizinische Soforthilfe mit dem "Schutz-Engel-System"

19.06.2002


Live-Demonstration des Schutz-Engel-Systems anhand eines fiktiven Notfalls.

Am 20. Juni 2002 findet zwischen dem Universitätsklinikum Tübingen und Washington D.C., Internet-Weltkongress INET2002, eine transatlantische Live-Demonstration des Schutz-Engel-Systems zur Soforthilfe für Notfallpatienten statt. Die Internet-Übertragung kann zwischen 19 und 20 Uhr im Tübinger Patientensicherheits- und Simulations-Zentrum, CRONA-Gebäude, Ebene A5, Raum 005 bis 007, Hoppe-Seyler-Str. 3, Tübingen, mitverfolgt werden.

Bei der Vorführung wird eine medizinische Notfallsituation nachgestellt, der das fiktive Behandlungsteam vor Ort nicht gewachsen ist. Ein Ärzteteam aus der Ferne unterstützt die behandelnden Kollegen via telemedizinischer Mehrkanal-Übertragung.
Als "Patient" dient dabei der realistische Patienten-Simulator des Tübinger Patientensicherheits- und Simulations-Zentrums (TüPASS). Hier wurde das Schutz-Engel-System im Rahmen des EU-Forschungs-Projekts "6WINIT" unter Leitung von Dr. Marcus Rall, Anästhesist der Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Klaus Unertl), entwickelt.

Das Schutz-Engel-System ist nicht nur eine medizinische Innovation, sondern basiert auch auf zukunftsweisender Internet-Technologie. Die Übertragung der Audio-, Video- und Vitaldaten ist unabhängig vom verfügbaren Datennetz gewährleistet. Dadurch ist das System auch für den mobilen Einsatz bestens vorbereitet.

Nach einer Komplikationsanalyse des amerikanischen Institute of Medicine, Report von 1999, sterben allein in den USA jährlich bis zu 100.000 Menschen aufgrund medizinischer Behandlungsfehler. Diese beruhen meist nicht auf mangelndem Fachwissen, vielmehr kann dieses Wissen in der Ausnahmesituation nicht in die Praxis umgesetzt werden.
Genau hier setzt die Idee des Schutz-Engel-Systems an: Durch den Hilferuf werden externe Spezialisten zur Beratung und Unterstützung des Vor-Ort-Teams hinzugezogen. Auf diese Weise können Defizite vermindert und die Behandlung akuter Notfälle optimiert werden. Das Schutz-Engel-System kann im Rettungswagen, in der Notaufnahme, auf Intensivstation oder im Operationssaal eingesetzt werden; aber auch zur Absicherung einer Diagnose oder Therapie.

Wie funktioniert das Schutz-Engel-System (SES)?
In einem mit dem Schutz-Engel-System ausgestatteten Raum kann ein Ärzteteam per Knopfdruck eine Leitung zum Schutz-Engel-Zentrum aufbauen. Die Informationen erreichen die Experten über eine Videoleitung, eine bidirektionale Sprechverbindung sowie durch eine Übertragung der Vitaldaten des Patientenmonitors (EKG-Kurve, Blutdruck und Sauerstoffsättigung). Die Spezialisten können anhand der Live-Übertragung die Lage schnell und ohne viele Zwischenfragen einschätzen, die Kameras am Notfallort fernsteuern und gezielt Informationen von den Ärzten vor Ort erfragen. Unverzüglich werden lebensrettende Anweisungen zur Untersuchung und Behandlung des Patienten erteilt.


Die technischen Fakten
Gemeinsam mit dem Rechenzentrum der Universität Stuttgart, Partner im EU-Forschungsprojekt (Projekteiter Paul Christ), wurden die technischen Hürden überwunden und das auf High-End Internet-Technologie basierende Schutz-Engel-System zur weltweit ersten anwendungsfähigen Lösung gebracht. Die bestmögliche Datenübertragung wird durch die Integration des neuartigen Internet-Protokolls Version 6 (IPv6) gewährleistet. Zusammen mit dem drahtlosen Zugang zum Internet entsteht ein zuverlässiges System, das die kontinuierliche Verbindung zwischen Notfallort und Schutz-Engel-Zentrale störungsfrei garantiert. Dabei kommen Standard-Softwarepakete wie JMF und J2EE und neu entwickelte Techniken wie multiaccess oder seamless hand-over zum Einsatz. Dies funktioniert unabhängig vom vorhandenen Netz (UMTS, GPRS, WLAN, LAN, Bluetooth und möglicherweise TETRA).

Besichtigungen des Tübinger Patientensicherheits- und Simulations-Zentrums und Kurzdemonstrationen des Schutz-Engel-Systems können für Journalisten gerne arrangiert werden.


Ansprechpartner für nähere Informationen und Besichtigungstermine:

Universitätsklinikum Tübingen
Dr. med. Marcus Rall
Klinik für Anaesthesiologie und Transfusionsmedizin
Abteilung für Anaesthesiologie und Intensivmedizin
Tübinger Patientensicherheits- und Simulationszentrum (TüPASS)
Hoppe-Seyler-Straße 3, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71/29-8 65 64, Mobil 01 72/74 83 520,
Fax 0 70 71/29-49 43
E-Mail Marcus.Rall@med.uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw

Weitere Berichte zu: Soforthilfe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik