Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tropische Parasiteninfektion Leishmaniose im Vormarsch

03.04.2008
Sandfliegen bevölkern auch Mittelmeer-Länder

Die Tropenkrankheit Leishmaniose verbreitet sich immer weiter in Europa. Zu den Risikogebieten der Parasiteninfektion, die durch die Sandmücke übertragen wird, gehören auch Regionen rund um das Mittelmeer.

Die meisten deutschen Patienten bringen die Infektion, die unbehandelt tödlich verläuft, aus dem Urlaub in Spanien, vor allem aus Mallorca mit.

Beim "Interdisziplinären Forum zur Leishmaniasis", die derzeit am Universitätsklinikum Heidelberg stattfindet, stellen Forscher aus Europa, Indien und Australien den aktuellen Wissensstand der internationalen Leishmaniose-Forschung vor.

"Schwerpunktmäßig ist das Problem der Leishmaniose sicherlich eines der ärmeren Länder", meint der Leiter des Forums, Stefan Zimmermann von der Abteilung für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene im pressetext-Interview. "Jährlich infizieren sich rund zwölf Mio. Menschen mit dem Parasiten Leishmania, den die Sandmücke bei einem Stich mit ihrem Speichel überträgt.

Die Folgen sind Hautgeschwüre oder eine Zerstörung von Knochenmark, Leber und Milz, die unbehandelt tödlich ist." Hauptverbreitungsgebiete der Sandmücke sind Indien, Bangladesh sowie die Küstenregionen der Mittelmeerländer. In Deutschland erkranken zwischen 50 bis 100 Patienten pro Jahr an Leishmaniose. Die Dunkelziffer dürfte allerdings höher liegen, meint Zimmermann.

Ein Grund, warum man das Forum in Heidelberg organisiere, liege daran, dass die Bedeutung der Leishmaniose auch in Europa zunehme. "Ein Grund dafür ist die zunehmende Reisetätigkeit, Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie eine steigende Anzahl von Patienten, deren Immunsystem durch eine Erkrankung oder durch Medikamente unterdrückt ist, wie etwa bei HIV-Patienten oder Menschen mit chronischen Darmerkrankungen", erklärt der Mediziner. Zudem werde unter Experten auch darüber diskutiert, dass sich die Sandmücke durch den Klimawandel weiter in Europa ausbreitet. In Norditalien habe man das schlecht fliegende Insekt bereits entdeckt, erklärt der Forscher.

Was die Erkrankung allerdings sehr problematisch mache, ist die eindeutige Diagnose. "Da die Symptome stark variieren, kann es unter Umständen lange dauern, bis man die Erkrankung eindeutig diagnostiziert. Eine nachfolgende Behandlung mit den richtigen Medikamenten verläuft gewöhnlich sehr gut." Zimmermann rät, da es noch keine Impfung gegen die Parasiteninfektion gibt, die Verwendung von Insekten-Repellentien. "Unbedingt sollte man auch darauf verzichten, Hunde in die Risikogebiete mitzunehmen. Sie werden nämlich besonders häufig gestochen", erklärt der Wissenschaftler, der zudem anmerkt, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass streunende Hunde das Hauptreservoir für die Infektion sind.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dghm.org/red/veranstaltungen

Weitere Berichte zu: Infektion Leishmaniose Parasiteninfektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften