Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ärzte suchen nach besserer Therapiestrategie gegen die Verkalkung der Herzgefäße

17.06.2002


Fortschritte in der Kardiologie haben in jüngerer Vergangenheit zu einer deutlichen Verbesserung der Akuttherapie der koronaren Herzkrankheit (KHK) und des akuten Herzinfarkts geführt. Die Sterblichkeitsrate ist gesunken, aber die Zahl der Patienten, die an einer koronaren Herzkrankheit leiden, steigt an. Das liegt an nach wie vor großen Problemen in der präventiven Therapie. Mit Hilfe einer breit angelegten Studie unter Leitung der Abteilung für Kardiologie des Essener Universitätsklinikums wollen die Wissenschaftler Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Therapie ermitteln. 450 Patienten mit erhöhtem Herzinfarkt-Risiko sollen an der Studie teilnehmen; diese werden von insgesamt 40 Ärzten in Krankenhäusern oder Praxen betreut.

Hohe Blutfettwerte (Cholesterin oder Plasmalipide) führen zur Entwicklung atherosklerotischer Plaques und damit zu gefährlichen Verengungen in den Herzkranzgefäßen. In großen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Senkung der LDL-Cholesterin-Werte eine hochwirksame Therapie zur Vorbeugung gegen solche Verengungen ist. Bei bereits verengten Gefäßen kann das Infarktrisiko um 30 bis 40 v. H. gesenkt werden. Die wirksamste Medikamentenklasse zur LDL-Senkung sind die Cholesterinsynthese-Hemmer (CSE-Hemmer).

Während der Nutzen einer CSE-Hemmer-Therapie außer Frage steht, ist noch nicht bekannt, welche Dosis die besten Effekte bringt bzw. wie stark der LDL-Cholesterinspiegel gesenkt werden sollte. Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen sind aber bereits in einem frühen Stadium der Ausbildung von Plaques nachweisbar. Darauf setzen die Kardiologen des Essener Universitätsklinikums unter Leitung von Professor Dr. Raimund Erbel. Sie prüfen, ob die koronare Pla-quebildung durch eine intensivere CSE-Hemmer-Therapie verzögert werden kann.

450 Risikopatienten, die noch keinen Herzinfarkt hatten und bei denen in Herzkatheteruntersuchungen oder durch Belastungstests eine hochgradige Einengung der Herzkranzgefäße ausgeschlossen wurde, werden - geteilt in zwei Gruppen - ein Jahr lang mit zwei verschiedenen Dosierungen eines CSE-Hemmers therapiert. Zu Beginn der Therapie und an ihrem Ende soll mit Hilfe der Elektronen-strahltomografie (EBT) ermittelt werden, ob und wie weit die Progression der Koronarsklerose als Maß der Plaque-Bildung verzögert werden konnte. Mit Hilfe der EBT können die Kalkablagerungen in den Gefäßen sichtbar gemacht werden. Die EBT ist ein Verfahren mit sehr kurzer Bildakquisitionszeit, so dass die Bewegung des Herzens sozusagen eingefroren werden kann. Dadurch werden die Herzkranzgefäße mit hoher Genauigkeit abgebildet.


Redaktion: Monika Rögge, Telefon (02 01) 1 83 - 20 85
Weitere Informationen: Dr. Axel Schmermund, Telefon (023 01) 7 23 - 44 09, E-Mail axel.schmermund@uni-essen.de

Monika Roegge | idw

Weitere Berichte zu: CSE-Hemmer-Therapie EBT Herzkranzgefäß Kardiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten