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Wirbelsäulenoperation durch’s Schlüsselloch

14.06.2002


Der Bruch eines Wirbels ist gefährlich: Wird der verletzte Gelenkkörper nicht fixiert, können sich die Bruchkanten verschieben und dabei die Nerven im Rückenmark irreparabel schädigen - mögliche Folge: Querschnittslähmung. Eine neue Methode zur Stabilisierung von Wirbelbrüchen ist die komplett endoskopische Operation. Dr. Christof Burger, leitender Oberarzt der Unfallchirurgie der Universität Bonn (Kommissarischer Direktor: Prof. Dr. Christoph Rangger), hat nun einen Patient mit diesem Verfahren erfolgreich behandelt. Die Bonner Unfallchirurgie ist damit die erste Klinik im Köln-Bonner Raum, an der diese erfolgversprechende Methode durchgeführt wird.



Bei einer Wirbelsäulen-Operation stabilisieren die Ärzte die betroffenen Wirbel mit Metallimplantaten vom Rücken und vom Brust- oder Bauchraum her - eine Technik, die bislang einen relativ großen Eingriff erforderte und bei der lange Narben zurückbleiben. Bei der neuen Methode wird der Wirbelkörper wie bisher in einer ersten Operation von hinten mit einer Titanplatte fixiert. In einem zweiten Eingriff dringen die Ärzte durch etwa einen Zentimeter kurze Schnitte in der Brust mit einem Endoskop zum verletzten Wirbel vor. Durch eine Kamera im Endoskop lässt sich die Operation am Bildschirm beobachten. Mit einem Greifer entfernt der Chirurg die losen Knochenbruchstücke und füllt das Loch je nach Größe der Verletzung mit einem Titankorb oder einem Knochenspan aus dem Becken des Patienten. Über der reparierten Stelle verschraubt er mit dem Endoskop eine Titanplatte und fixiert so das Füllmaterial. Direkt nach der Operation kann der Patient wieder die Wirbelsäule belasten und sogar Krankengymnastik durchführen, nach sechs Wochen darf er bereits wieder sitzen.



Die endoskopische Wirbelsäulenoperation wurde in Murnau entwickelt und kommt inzwischen in einigen großen deutschen Zentren zum Einsatz. Im Köln-Bonner Raum wird die Technik bislang nur an der Universität Bonn durchgeführt. Die Unfallchirurgen kooperieren dabei mit Spezialisten der Chirurgischen Klinik unter Leitung von Professor Dr. Andreas Hirner, die die Spiegelung des Brustraumes vornehmen.


Ansprechpartner für die Medien: Dr. Christof Burger, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Tel.: 0228/287-5477, E-Mail: burger@uch.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw

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