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Antibiotika bei Nebenhöhlenentzündung wirkungslos

14.03.2008
Nur einer von 15 Patienten profitiert von den starken Medikamenten

Wenn Ärzte bei Nasennebenhöhlenentzündung Antibiotika verschreiben, profitiert nur einer von 15 Patienten von dem Medikament. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Instituts für klinische Epidemiologie in Basel nach der Untersuchung von fast 2.600 Krankheitsfällen.

Trotzdem würden beispielsweise in Großbritannien 90 Prozent der Patienten mit Antibiotika behandelt, berichtet die BBC. Nach geltenden Richtlinien soll der Arzt die starken Behandlungsmittel erst verschreiben, nachdem der Patient sieben bis zehn Tage erkrankt war. Doch auch nach dieser Zeit sei der Einsatz nicht gerechtfertigt, sagen die Forscher. "Es sieht so aus, als ob Antibiotika einfach nicht wirksam sind", so Co-Autor Ian Williamson.

Nebenhöhlenentzündungen treten oft nach Erkältungen oder Grippe auf und verursachen Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen. Bislang nahm man an, dass eine längere Erkrankungsdauer als sieben Tage bedeute, dass die Entzündung bakteriell und nicht viral begründet sei. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die Krankheitsdauer kein guter Indikator für die Wirksamkeit von Antibiotika ist. Aufgrund von Nebenwirkungen, den Kosten und der Gefahr der Gewöhnung sei die Einnahme auch nach mehr als einer Woche nicht sinnvoll.

"Wenn der Patient zum Arzt kommt und sagt, dass er bereits seit zehn Tagen Beschwerden hat, ist das immer noch kein Grund ihm Antibiotika zu geben", so Forschungsleiter Jim Young. Im Fall einer Verschlimmerung solle der Erkrankte wiederkommen oder eine weitere Woche warten. Das National Institute for Clinical and Health Excellence veröffentlichte diese Woche neue Richtlinien, nach denen Ärzte keine Rezepte für Antibiotika mehr ausstellen sollen, die Patienten nach eigener Beurteilung einlösen, sobald sich ihr Zustand verschlechtert, berichtet die BBC.

Doch der Druck der Patienten auf die Ärzte ist oft immens. Nebenhöhlenentzündung ist eine sehr unangenehme Erkrankung und Patienten drängen häufig darauf, Antibiotika zu bekommen. Obwohl sich die Ärzte bemühten die Verschreibungen zu reduzieren, würden immer noch zu häufig Antibiotika eingesetzt, so Steve Field vom Royal College of GPs. "Die Studie gibt den Medizinern Sicherheit, dass die Medikamente bei bestimmten Symptomen höchstwahrscheinlich keinen großen Unterschied machen."

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bice.ch

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