Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Herzklappe ohne Operation für Kinder

14.03.2008
Zuverlässige und nachhaltige Hilfe durch neuartige Kathetertechnik

Spezialisten der Abteilung für Kinderkardiologie am Klinikum der Universität, Campus Großhadern haben erstmals einem Kind eine künstliche Herzklappe ohne Operation eingesetzt.

Dem 11jährigen Marco, der an einer hochgradigen Verengung der Lungenschlagader litt und bereits einmal operiert worden war, wurde mittels neuartigster Kathetertechnik eine künstliche Herzklappe in die Lungenschlagader eingesetzt. Damit konnte dem Kind zuverlässig und nachhaltig geholfen werden.

Die neue Methode, von Professor Philipp Bonhoeffer im Jahre 2000 in London entwickelt, erlaubt es, ohne Operation künstliche Herzklappen in die Lungenschlagader einzusetzen. Voraussetzung dazu ist, dass die Klappe mit Kathetern über die Körpervenen zum Herzen gebracht und dort regelrecht entfaltet werden kann. Dies war bisher nur bei erwachsenen Patienten möglich.

„Wir sind bis an die Grenze des Machbaren gegangen“, erklärte Oberarzt Dr. Reiner Kozlik-Feldmann, der den Eingriff leitete und gemeinsam mit Oberarzt PD Dr. Robert Dalla Pozza durchführte. „Aber wir wollten diese schonende Möglichkeit des Herzklappenersatzes unseren kleinen herzkranken Patienten nicht vorenthalten.“

Der Eingriff, der zusammen mit einem der führenden italienischen Spezialisten auf diesem Gebiet, Dr. Marco Carminati, durchgeführt wurde, verlief komplikationslos und brachte den gewünschten Erfolg. Bei kleinen Patienten war bisher nur einmal ein derartiger Eingriff geglückt. „Die rechte Herzkammer ist durch diese Klappenimplantation deutlich entlastet worden“, meinte der Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie, Professor Heinrich Netz. Der junge Patient konnte bereits am nächsten Tag das Bett verlassen und zwei Tage später nach Hause gehen. Bei einer Operation zum Herzklappenersatz wäre hingegen ein stationärer Aufenthalt von 2-3 Woche notwendig gewesen.

Die Implantation von künstlichen Herzklappen ohne Operation ist in Großhadern bereits Routine und stellt damit einmal mehr die Vorreiterrolle des Klinikums in Bezug auf neuartige, schonende und effiziente Therapiemaßnahmen unter Beweis.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Heinrich Netz
Abteilung für Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin
Marchioninistr. 15, 81377 München
Telefon 089/7095-3940; Fax: 089/7095-3943
Email Heinrich.Netz@med.uni-muenchen.de
Dr. Reiner Kozlik-Feldmann
Abteilung für Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin
Telefon 089/7095-3927; Fax: 089/095-2495
Email Rainer.Kozlik-Feldmann@med.uni-muenchen.de

Philipp Kreßirer | Klinikum der Universität München
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Großhader Herzklappe Kinderkardiologie Lungenschlagader

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops