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Neue Studien zeigen: Salmonellen auch bei Mastschweinen und Mastputen ein Problem

05.03.2008
EU-weites Monitoring liefert erstmals repräsentativen Überblick über das Vorkommen von Salmonellen bei Mastschweinen und in Putenbeständen

In zwei Studien, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gemeinsam mit den Überwachungsbehörden der Länder durchgeführt hat, sind deutsche Putenbestände und Mastschweine auf Salmonellen untersucht worden. Die Ergebnisse: In rund zehn Prozent der untersuchten Mastputenbestände waren Salmonellen nachweisbar, die Zuchtputenbestände waren hingegen salmonellenfrei.

Bei Mastschweinen waren rund 13 Prozent der untersuchten Proben mit Salmonellen belastet. Die Bekämpfung von Salmonellen muss deswegen im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes bereits auf der Stufe der Zucht und der Mast Lebensmittel liefernder Tiere beginnen. Die beiden Studien sind Teil eines EU-weiten Monitoringprogramms, das erstmals einen repräsentativen Überblick darüber liefert, in welchem Umfang Putenbestände und Mastschweine in der EU mit Salmonellen belastet sind. Auf der Grundlage der Ergebnisse sollen europaweit und länderspezifisch Bekämpfungsprogramme zur Verringerung der Salmonellenbelastung bei Mastschweinen und Puten festgelegt werden.

In der Puten-Studie wurden in Deutschland 300 Mastputen-Herden und 98 Zuchtputen-Herden untersucht, die repräsentativ ausgewählt worden waren. Fünf Sammelkotproben aus jeder Herde wurden auf Salmonellen untersucht. In den Proben aus Zuchtputenbeständen wurden keine Salmonellen nachgewiesen. Anders bei den Mastputen: Bei insgesamt 31 der 300 untersuchten Mastputenherden (10,3 Prozent) wurden in mindestens einer Probe Salmonellen nachgewiesen. Die Proben wurden im Nationalen Referenzlabor für Salmonellen am BfR serologisch differenziert und weiter untersucht. Ermittelt wurden dabei zwölf verschiedene Salmonellen-Untergruppen. Unter anderem kommen auch die beiden häufigsten Verursacher von Salmonelleninfektionen beim Menschen, Salmonella Enteritidis und Salmonella Typhimurium, bei Mastputen vor, allerdings in geringem Umfang: Salmonella Enteritidis wurde nur in einer Herde nachgewiesen, Salmonella Typhimurium in acht Herden.

In der Mastschweine-Studie wurden 2569 Proben von Darmlymphknoten bakteriologisch untersucht. In den Lymphknoten lassen sich Salmonellen besonders gut nachweisen. Die Proben von 326 Tieren (12,7 Prozent) waren dabei Salmonella-positiv. Das Nationale Referenzlabor für Salmonellen am BfR differenzierte 23 Untergruppen und stellte fest, dass die humanpathogenen Spezies Salmonella Enteritidis und Salmonella Typhimurium auch bei Mastschweinen vorkommen. Salmonella Typhimurium war mit 180 Isolaten (55,2 Prozent der Salmonella-positiven Proben) am häufigsten vertreten, während Salmonella Enteritidis mit zehn Isolaten (3,1 Prozent) relativ selten nachgewiesen wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Puten als auch Mastschweine potenzielle Infektionsquellen für den Menschen sind.

Bei der Schlachtung können die Salmonellen von infizierten Tieren auf das Fleisch gelangen und ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen, der das Fleisch und daraus hergestellte Produkte verzehrt. Die Studien zeigen, dass die Bekämpfung von Salmonellen bereits bei der Zucht und Mast Lebensmittel liefernder Tiere beginnen muss. Ebenso wichtig zur Vermeidung von Salmonellen-Infektionen bei Menschen ist die Hygiene bei der Schlachtung der Tiere, bei der Verarbeitung des Fleisches und nicht zuletzt bei der Zubereitung. Da Salmonellen hitzeempfindlich sind, sollten Fleisch und daraus hergestellte Produkte gut durchgegart verzehrt werden, das ist der beste Schutz vor einer Salmonellose.

Die Ergebnisse der Studien hat das BfR an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) übermittelt. Dort werden sie zusammen mit den Daten aus den anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ausgewertet. Auf der Basis dieser repräsentativen und zwischen den EU-Mitgliedstaaten vergleichbaren Daten sollen Maßnahmen zur Bekämpfung von Salmonellen beschlossen und koordiniert werden.

Dr. Irene Lukassowitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

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