Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Allergien: Früherkennung verhindert Ausbildungsabbruch

05.03.2008
Forschungsbericht Allergie und Berufswahl

Rund 30.000 Jugendliche brechen jährlich ihre Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen ab, schätzt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Dabei leiden Angehörige von Pflegeberufen oder Berufsgruppen wie Bäcker, Friseure, Floristen oder Maurer besonders häufig unter Allergieproblemen, weil sie bestimmte Arbeitsstoffe nicht vertragen.

Das Landesgesundheitsamt Brandenburg führte deshalb das Modellprojekt "Allergie und Berufswahl" durch. Durch verschiedene Maßnahmen verbesserte das Projekt die Früherkennung allergischer Erkrankungen beziehungsweise von Atopien ebenso wie die berufsbezogene Beratung der Betroffenen.

Zu diesem Ergebnis kommt das IGES Institut für Gesundheits- und Sozialforschung, das im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine Struktur- und Prozessevalution des Modellprojekts durchführte. Die Ergebnisse liegen als Forschungsbericht 1094 "Allergie und Berufswahl" vor.

... mehr zu:
»Allergie »Atopie »KJGD-Ärzte

Die Maßnahmen des Modellprojekts fanden in zwei Interventionsregionen (Kreis Teltow-Fläming und Potsdam-Stadt) statt, die mit zwei anderen Regionen im Land Brandenburg (Kreis Märkisch-Oderland und Cottbus) verglichen wurden. Die verschiedenen Interventionsmaßnahmen lassen sich fünf Zielbereichen zuordnen. Verbessert werden sollte die Zusammenarbeit der wichtigsten beteiligten Akteure, die Beratungskompetenz, die Früherkennung von Atopien beziehungsweise allergischer Erkrankungen durch ein standardisiertes ärztliches Atopiescreening, die medizinische und berufsbezogene Beratung von atopischen Jugendlichen sowie die Kenntnisse der Schulabgänger über Allergien und Berufswahl.

Die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste (KJGD) führten das Atopiescreening im Rahmen der Schulabgangsuntersuchungen durch, die im Land Brandenburg im Laufe des 10. Schuljahrs durchgeführt werden. Je nach Ergebnis berieten die KJGD-Ärzte auffällige Schüler unmittelbar zum Thema Allergie und Berufswahl oder überwiesen sie zu einer weitergehenden diagnostischen Abklärung. Anschließend wurde den Schülern erneut eine Beratung angeboten. Zudem fanden in den 10. Klassen einer Interventionsregion spezielle Unterrichtseinheiten zur Thematik statt. Bereits im Vorfeld erhielten KJGD-Ärzte sowie Berater der Arbeitsagentur Schulungen und Informationen.

Zur Evaluation zogen die Forscher einerseits die Schülerangaben im ärztlichen Allergiescreening-Fragebogen sowie die zu jedem Fall von den KJGD-Ärzten ausgefüllten Dokumentationsbögen heran. Zum anderen führten sie briefliche Befragung bei einer Teilstichprobe der untersuchten Schüler durch. Insgesamt wurden 4.542 Abgangsschüler untersucht. Rund jeder Vierte (24,5%) war Atopiker. Bei mindesten jedem siebten (15%) der Betroffenen lag bislang keine entsprechende ärztliche Diagnose vor. Insgesamt berieten die KJGD-Ärzte etwa 90 Prozent der atopischen Schüler.

Das Modellprojekt macht deutlich, dass sich die Früherkennung von Atopikern sichtlich verbessern lässt. Der Ausbau der allergie- und berufsbezogenen Beratung durch die KJGD-Ärzte führte dazu, dass sich Betroffene für weniger gesundheitlich riskante Berufe entschieden.

Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Forschungsbericht Fb 1094 "Allergie und Berufswahl. Struktur- und Prozessevaluation eines regionalen Modellvorhabens verbesserter Berufsberatung zur Vermeidung bzw. Verminderung berufsbedingter allergischer Erkrankungen"; H.-D. Nolting, D. Niemann; 126 S.; ISBN 978-3-86509-763-7, EUR 12,50. Zu beziehen beim Wirtschaftsverlag NW, Postfach 10 11 10, 27511 Bremerhaven, Tel.: 0471/945 44 61, Fax 0471/945 44 88.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/nn_8514/de/Publikationen/Forschungsberichte/2007/Fb1094,xv=lf.pdf

Weitere Berichte zu: Allergie Atopie KJGD-Ärzte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle

17.08.2017 | Energie und Elektrotechnik

Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen

17.08.2017 | Verfahrenstechnologie

Fernerkundung für den Naturschutz

17.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz