Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenzzentrum sichert optimale Betreuung für Frauen mit Endometriose

03.03.2008
Die Endometriose zählt zu den häufigsten Frauenleiden. Es ist keine bösartige Erkrankung, aber sie ist schmerzhaft und chronisch. Die Diagnostik und Behandlung dieser Erkrankung ist eines der Themen der bevorstehenden Frauenärzte-Fachtagung am 8. März 2008 in Magdeburg.

Bei betroffenen Frauen fließt während der Monatsblutung Menstrualblut nicht nur nach außen, sondern über die Eileiter in die Bauchhöhle und kann Verklebungen und "Schokoladenzysten" in den Eierstöcken verursachen. Zwar ist die Endometriose nicht lebensbedrohlich, aber sie beeinträchtigt die Lebensqualität in einem ganz erheblichen Maß.

An der Klinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg werden seit mehr als zehn Jahren Frauen mit Kinderlosigkeit und Endometriose behandelt. Auf Anregung der Deutschen Endometriose Vereinigung, einer Patientenvereinigung betroffener Frauen, hat die Klinik ihre Erfahrung in der Behandlung schwerer Endometriosefälle in ein Netzwerk von Kompetenzpartnern bei Diagnose, Therapie und Nachsorge eingebracht. Unter "Federführung" der Uni-Klinik für Reproduktionsmedizin bringen Pathologen und Spezialisten für den Verdauungsstrakt (Gastroenterologen) ihr Wissen bei der Diagnose der Endometriose ein.

"Auch wenn in der Hauptsache der Frauenarzt die Endometriose operativ beseitigt und medikamentös nachbehandelt, so muss gelegentlich der Chirurg den angegriffenen Darm und ein Urologe die Harnwege mitversorgen", berichtet Professor Jürgen Kleinstein, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie. In der Nachsorge der aktuellen Therapie steht der Klinik ein eigenes Labor für künstliche Befruchtung bei durch diese Erkrankung unerfülltem Kinderwunsch zur Verfügung. Wenn die Schmerzbehandlung im Vordergrund steht, besteht eine enge Zusammenarbeit mit Spezialisten der Schmerzambulanz am Universitätsklinikum.

Frauen mit wiederholten Endometrioseerkrankungen profitieren von Aufenthalten in Reha-Kliniken, die in der Nachsorge der aktuellen Endometriosetherapie besonders gute Erfahrungen besitzen. Für diese Maßnahmen arbeitet die Klinik mit zwei Einrichtungen zusammen.

Prof. Kleinstein: "Alle Maßnahmen sollen Frauen mit Endometriose eine moderne Therapie auf wissenschaftlicher Basis ermöglichen und die Rezidivrate kleinhalten."

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt bei der Behandlung der Endometriose sind die hohen finanziellen Aufwendungen, die vor allem durch Krankenhausaufenthalte und kostenintensive Medikamente entstehen. Außerdem machen der chronische Verlauf dieser Erkrankung und die häufige Wiederkehr der Symptome wiederholte Operationen notwendig. Wenn es zu einer endometriose-bedingten ungewollten Kinderlosigkeit kommt, was recht häufig auftritt, schließt sich eine teure Spezialbehandlung mit Maßnahmen der künstlichen Befruchtung an.

Über das "Magdeburger Endometriose Zentrum" berichtet Professor Jürgen Kleinstein anlässlich der traditionellen Frühjahrstagung MARIE (Magdeburger Arbeitstagung Reproduktionsmedizin, Interdisziplinäre Andrologie, Endokrinologie) am 8. März 2008 im Herrenkrug-Hotel. Namhafte Referenten vertreten weitere Themen wie das geburtshilfliche Auskommen nach künstlicher Befruchtung sowie die Entwicklung der Kinder und ihre Beziehung zu den Eltern nach Kinderwunschbehandlung. Eigenständige Themen betreffen die Maßnahmen bei Gelbkörperhormonmangel und von höchster Aktualität ist ein Vortrag über die Beziehung von Hormonersatztherapie und Brustkrebshäufigkeit.

Die Vorträge lassen eine ausgiebige Diskussion zwischen den Referenten und den anwesenden Frauenärzten aus Klinik und Niederlassung zu. Die 11. MARIE wird am Sonnabend, 8. Mai 2008, um 9.00 Uhr in Magdeburg im Herrenkrug-Hotel, Herrenkrugstraße, eröffnet.

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. med. Jürgen Kleinstein
Direktor der Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie Magdeburg
G.-Hauptmann-Str. 35, 39108 Magdeburg
Tel. 0391/67 17 390, FAX: 0391/67 17 389
Email: juergen.kleinstein@med.ovgu.de
Tagungstelefon: 0391/85 080

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-magdeburg.de/

Weitere Berichte zu: Befruchtung Endokrinologie Endometriose Reproduktionsmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Antibiotikaresistenzen durch Nanopartikel überwinden?
15.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik