Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UKM-Forschungsgruppe sucht neue Ansätze in der Krebstherapie

29.02.2008
Wilhelm-Sander-Stiftung fördert Projekt mit 190.000 Euro

Auf der Suche nach neuen Krebstherapien stellen speziell die das Tumorwachstum fördernden Gene, im Fachbegriff „Onkogene“, einen Schwerpunkt der Forschung dar. Eines dieser Gene, das Onkogen „beta-Catenin“, steht jetzt im Mittelpunkt eines Forschungsprojektes des Münsteraner Universitätsklinikums (UKM) bei der Suche nach neuen Wegen in der Krebsbehandlung. Mit 190.000 Euro fördert die Wilhelm-Sander Stiftung in den kommenden zwei Jahren das Projekt.

Bei der akuten myeloischen Leukämie („AML“) ist dieses Onkogen abnormal reguliert. Daher suchen nun die Forscher der Arbeitsgruppe „Molekulare Hämatologie und Onkologie“ des UKM unter der Leitung von Dr. Lara Tickenbrock und Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow Wege, diese Funktion des Onkogens in leukämischen Zellen gezielt zu blockieren. „Für die Entstehung der Leukämie sind vor allem genetische Veränderungen verantwortlich, welche die „Signalwege“ innerhalb der Zellen betreffen, die dann das unkontrollierte Wachstum der Zellen auslösen können. Hier haben wir in den vergangenen Jahren besonders den so genannten „Wnt-Signalweg“ in der Leukämie erforscht“, erklärt Dr. Lara Tickenbrock von der Forschungsgruppe. Der Begriff „Signalweg“ bezeichnet die Prozesse, durch die Zellen auf äußere Reize reagieren, diese dann umwandeln und in das Zellinnere weiterleiten.

Bei dieser Arbeit entdeckten die Münsteraner Forscher, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hubert Serve und seiner Arbeitsgruppe an der Johann-Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt, die abnormale Funktion des „beta-Catenins“, das eine wichtige Funktion im Rahmen des untersuchten Signalweges wahrnimmt. Und genau an diesem Punkt setzt nun die weitere Forschung an: Inzwischen sind spezielle Blocker (Fachbegriff: „Inhibitoren“), gegen diese Funktion des Onkogens bekannt. „Jetzt ist es unser Ziel, diese Inhibitoren im Kampf gegen die Leukämie einsetzen zu können. Noch sind wir im Bereich der Grundlagenforschung, aber die langfristige Perspektive ist, dass aus dieser Forschung neue Ansätze in der Krebstherapie entstehen sollen“, so Tickenbrock.

... mehr zu:
»Krebstherapie »Leukämie »Onkogen

Die akute myeloische Leukämie ist die häufigste Leukämieform bei Erwachsenen. In Deutschland erkranken jährlich rund 2.500 Menschen daran. Momentan ist die Grundlage der Behandlung eine intensive Chemotherapie. Die Hemmung der Signalwege innerhalb der Zellen, die nachweislich verantwortlich für das Entstehen der Leukämie sind, könnte hier in der Zukunft als begleitende und unterstützende Behandlung eingesetzt werden, skizziert die UKM-Krebsforscherin ein mögliches Einsatzfeld.

Jetzt versucht das Forschungsteam, bessere Therapiemöglichkeiten durch die Anwendung der Inhibitoren des Onkogens oder in Kombination mit den bestehenden Leukämie-Therapien im Labor zu erproben. Zudem wollen sie weitere abnormal regulierte Gene identifizieren. „Dadurch könnten sich weitere Ziele ergeben, die dann langfristig auf der Suche nach weiteren Therapiemöglichkeiten gegen die Leukämie in den Mittelpunkt rücken. Unser Ziel ist es, schrittweise zu einer Optimierung beim Einsatz neuer Krebstherapien zu gelangen“ beschreibt Tickenbrock die gemeinsame Arbeit mit den Frankfurter Kollegen.

Möglich wird das Forschungsprojekt vor allem durch die Unterstützung der Wilhelm-Sander-Stiftung. Zweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Berichte zu: Krebstherapie Leukämie Onkogen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie