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Weltweit erste Harnblasenerweiterung in Kombination mit einer Nierentransplantation bei 3,9 kg schwerem Säugling

27.02.2008
Benedikt hat sein erstes Lebensjahr gerade vollendet und bereits zwei Operationen überstanden, die zuvor noch nie bei einem so kleinen Kind durchgeführt worden sind. Im Alter von fünf Monaten erweiterte der Tübinger Kinderchirurg Prof. Jörg Fuchs seine Harnblase, um einem Harnstau entgegenzuwirken. Sechs Wochen später, mit einem Gewicht von 3,9 kg und einer Größe von 56 cm, erhielt der Säugling die Niere eines 4-jährigen Spenders transplantiert.
Im Januar 2007 kam Benedikt als Frühgeburt mit einer sehr schweren Niereninsuffizienz zur Welt. Seine Nieren waren durch einen Harnstau infolge defekter Harnröhrenklappen schwer geschädigt. Bereits in seiner ersten Lebenswoche wurde mit der Bauchfelldialyse begonnen, ab April mussten die Ärzte auf eine Hämodialyse über einen zentralen Venekatheter übergehen.

Der lebensbedrohliche Zustand des Säuglings erforderte eine rasche Nierentransplantation.

Dazu war es notwendig, für eine ausreichende Urinableitung nach der Transplantation zu sorgen, denn die Blase des Säuglings war viel zu klein. Deshalb wagte Prof. Jörg Fuchs, Ärztlicher Direktor der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen eine Erweiterung (Augmentation) der Harnblase mit Darmanteilen. Diese wurde zum ersten Mal bei einem so kleinen Kind durchgeführt.

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Sechs Wochen später, bei einem Gewicht von 3,9 kg und einer Größe von 56 cm, erhielt Benedikt die Niere eines 4-jährigen Spenders. Die Transplantation, die zuvor noch nie bei einem so kleinen Kind gemacht worden war, führten der Transplantationschirurg Prof. Wolfgang Steurer, Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie Tübingen gemeinsam mit dem Kinderchirurgen Oberarzt Dr. Philipp Szavay durch.

"Eine erfolgreiche Blasenaugmentation und eine Nierentransplantation bei einem Säugling dieses Gewichts waren bisher nicht für möglich gehalten worden.", so der behandelnde Kindernephrologe, Oberarzt Dr. Oliver Amon von der Tübinger Uni-Kinderklinik. Man ging davon aus, dass sehr kleine Säuglinge bis zu einem "Mindestgewicht" dialysiert werden müssen.

Inzwischen hat der Junge sein Gewicht mehr als verdoppelt. Dank intensiver Krankengymnastik holt er seinen motorischen Entwicklungsrückstand allmählich auf.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Kinderchirurgie
Prof. Dr. med. Jörg Fuchs, Ärztlicher Direktor
Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 66 21 (Sekretariat)
Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Prof. Dr. med. Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. med. Wolfgang Steurer
Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 66 69 (Sekretariat)

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/

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