Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globale Malaria-Landkarte birgt gute Neuigkeiten

27.02.2008
Übertragungsrate selbst in Risikoregionen seltener

Zwar leben rund 2,4 Mrd. Menschen in Malaria-Hochrisikogebieten, doch das Risiko die Krankheit auch tatsächlich zu bekommen, trifft nach einer neuen Studie nur knapp eine Milliarde Menschen. Nun hoffen die Forscher in jenen Regionen, in denen das Übertragungsrisiko nur gering ist, die Krankheit total zurückzudrängen oder sie dort sogar gänzlich auszurotten, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.

Das "Malaria Atlas Project" bringt die Forscher um Bob Snow vom Kenyan Medical Research Institute in Nairobi mit Wissenschaftlern der University of Oxford und der University of Florida in Gainesville zusammen. Sie haben Daten über das weltweite Ansteckungsrisiko gesammelt und damit seit 1968 die erste derartige Untersuchung gestartet. Die Ergebnisse wurden auf einer Weltkarte eingezeichnet und in den Hochrisikogebieten in rot, in den Niedrigrisikogebieten in rosa gefärbt. Nicht überraschend fällt das Urteil über Afrika aus: In den meisten Staaten des Kontinents herrscht immer noch ein sehr hohes Ansteckungsrisiko. Mehr als die Hälfte aller Kinder Afrikas leiden unter der Erkrankung. "Interessanterweise liegt um den Hochrisikogürtel Afrikas sowohl im Norden als auch im Süden eine Zone, in der Malaria weit seltener übertragen wird als bisher angenommen", berichten die Forscher.

Die Forscher hoffen, dass die Landkarten nun Gesundheitspolitiker und Hilfsorganisationen dazu bringen, mehr Geld für die Malariabekämpfung und für den Vertrieb von Insektizid-behandelten Moskitonetzen locker zu machen. Nach Angaben von Snow sollte mehr Geld in die Malariabekämpfung in Südostasien und im westlichen Pazifik ausgegeben werden. Hier leben rund 47 Prozent der Weltpopulation mit sehr hohem Infektionsrisiko. Nigeria mit einer Bevölkerungszahl von rund 150 Mio. zählt ebenso zu den hochgradig betroffenen Staaten, die bisher in der Bekämpfung vernachlässigt wurden.

... mehr zu:
»Malaria »Malariabekämpfung

"Die in der Zwischenzeit vorhandenen Medikamente gegen Malaria sind sehr gut", meint der Tropenmediziner Herwig Kollaritsch vom Zentrum für Reisemedizin in Wien gegenüber pressetext. Der Mediziner rät dazu, sich vor einer geplanten Reise rechtzeitig über die Gesundheitsrisiken des Reiselandes zu informieren. "Es gibt immer noch zahlreiche Reisende, die dies vernachlässigen", meint der Mediziner. Die Folgen können dramatisch sein. "Erst vor kurzem wurde ein Tourist in Kenia von einer Fledermaus attackiert und ist innerhalb von fünf Tagen an Tollwut gestorben. Reisemedizinische Zentren klären über die aktuelle Gesundheitsgefahr in der Regel sehr gut auf", meint Kollaritsch. Es sei allerdings erforderlich, rechtzeitig vor dem Abflug medizinischen Rat einzuholen.

Ablehnend gegenüber der Malaria-Weltkarte stehen die beiden Forscher Judy Omumbo und Madeleine Thomson vom International Research Institute for Climate and Society in New York. Die Angaben seien ziemlich grob. Verschiedene Datensätze und Klimamodelle würden ein komplett anderes Bild in den gleichen Regionen ergeben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.map.ox.ac.uk
http://portal.iri.columbia.edu
http://www.reisemed.at/reisemedzentrum.htm

Weitere Berichte zu: Malaria Malariabekämpfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie