Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer-Programm erkennt Gesichtsauffälligkeiten

05.06.2002



Forscher haben ein Programm entwickelt, mit Hilfe dessen Computer im Scannen von Gesichtern und in der Erkennung genetischer Syndrome trainiert werden. Das Programm soll vor allem Ärzten mit wenig Erfahrung in der Erkennung von Gesichtsauffälligkeiten (faziale Dysmorphien) dienen. Viele genetische Syndrome sind durch spezifische faziale Dysmorphien charakterisiert. Erfahrene klinische Genetiker stellen die Diagnose üblicherweise durch Erkennung eines spezifischen Musters von fazialen Dysmorphien. Inwieweit ein Computer syndromale Gesichtsmuster auf der Basis von Grauwertstufen-Fotographien erkennen kann, ist unter anderem Forschungsschwerpunkt des Instituts für Humangenetik der Universität Essen und des Instituts für Neuroinformatik der Ruhr-Uni Bochum.

... mehr zu:
»Dysmorphie

Mit Hilfe einer Serie zweidimensionaler Gesichts-Fotographien wurde der Computer trainiert, syndromale Krankheitsbilder von Patienten mit Cornelia de Lange-Syndrom, fragilem-X-Syndrom und dem Williams-Beuren-Syndrom zu erkennen. Das Computer-Programm zeigt die Fotographie, die mit 48 Knoten versehen wird. Zuvor wird das Photo einer Transformation unterworfen und für jedes Pixel ein Vektor mit 40 komplexen Werten berechnet. Die daraus resultierenden Werte werden mit anderen Photographien einer Datenbank verglichen.

Im ersten Anlauf zeigte das Programm eine 60-prozentige Genauigkeit. Nachdem die Computer aber "geschult" wurden und den Augen, der Nase, dem Mund sowie dem Kinn mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde, konnte die Genauigkeit auf 76 Prozent gesteigert werden. Zu diesem Zweck scannte Dagmar Wieczorek vom Institut für Humangenetik der Universität Essen 55 Fotos von Menschen mit diesen genetischen Krankheitsbildern mit fazialen Dysmorphien ein. "Die Idee ist es, Medizinern mit wenig Erfahrung eine Diagnose-Unterstützung zu bieten", so Wieczorek in einem BBC-Bericht.


Verschiedene Organisationen begrüßen die Entwicklung des Programmes und hoffen auf eine frühere Erkennung dieser Krankheitsbilder. Patienten mit einem Cornelia-de-Lange-Syndrom teilen sich typische Merkmale wie langsames Wachstum, eine kleine Statur sowie eine exzessive Körperbehaarung. Sie neigen zu dünnen Augenbrauen, die oft in der Mitte zusammengewachsen sind, langen Wimpern und einer kurzen, aufgebogenen Nase. Patienten mit einem fragilem-X-Syndrom tendieren zu Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten. Gewöhnlich haben die Patienten größere Köpfe und markante Ohren. Personen mit dem Krankheitsbild des Williams-Beuren-Syndroms leiden an einer Reihe von Symptomen, die von Herzdefekten bis hin zu einem hohen Kalziumspiegel in der Kindheit reichen. Sie neigen zu weiten Mündern, vollen Lippen, einem schmalen Kinn und einer angeschwollenen Augenpartie.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.uni-essen.de/humangenetik/Forschung/forschung.html
http://news.bbc.co.uk/hi/english/health/newsid_2018000/2018223.stm

Weitere Berichte zu: Dysmorphie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten