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Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Behandlung von Krebserkrankungen

18.02.2008
Strahlentherapie, zielgerichtete molekulare Therapien und Palliativmedizin waren die Schwerpunkte einer Veranstaltung des Universitätsklinikums Mannheim anlässlich des diesjährigen Tages der Gesundheitsforschung.

Das Thema lautete in diesem Jahr: "Den Krebs bekämpfen - Forschung für den Menschen". Im voll besetzten Großen Hörsaal informierten Experten der III. Medizinischen Klinik und der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am heutigen Samstag, 16. Februar 2008, in allgemein verständlichen Vorträgen über neue Therapien zur Bekämpfung von Krebserkrankungen. Die Moderation hatte der Sprecher des Interdisziplinären Tumorzentrums Mannheim (ITM) und Direktor der Strahlentherapie am Universitätsklinikum, Professor Dr. Frederik Wenz, übernommen.

Die anschließenden Fragen der Besucher - überwiegend betroffene Patienten oder Angehörige - zeugten von großem Interesse an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Behandlungsmöglichkeiten. Bei einem Rundgang konnten die für die Strahlentherapie verwendeten Geräte live besichtigt werden; ein Angebot, das ebenfalls auf große Resonanz unter den Besuchern stieß.

Privat-Dozentin Dr. Adelheid Weiss, Kommissarische Direktorin der III. Medizinischen Universitätsklinik, wies in ihrem Vortrag zur Palliativmedizin darauf hin, dass ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland auf das Konto von Tumorerkrankungen geht. Allem wissenschaftlichen Fortschritt zum Trotz, so Dr. Weiss, müssten auch Ärzte lernen zu akzeptieren, dass nicht alle Krankheiten heilbar sind und der Tod zum Leben gehört. Sie unterschied in ihrem Vortrag zwischen kurativen Therapien, deren Ziel die Heilung des Patienten ist, palliativen Therapien, in denen es um Lebensverlängerung geht, und der Palliativmedizin, deren Aufgabe die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität von unheilbar erkrankten Menschen sei.

Dr. Anna Simeonova, Assistenzärztin in der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, stellte verschiedene Methoden der Radiotherapie dar - von der Behandlung mit dem Linearbeschleuniger über die bildgestützte und die intensitätsmodulierte bis hin zur intraoperativen Strahlentherapie. Deutlich wurde bei allen beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten, dass die "Bestrahlung" bei Krebserkrankungen heute sehr individuell auf die Patienten zugeschnitten und der Tumor gezielter denn je getroffen werden kann. Dies ist zum einen möglich durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten, wie sie im ITM praktiziert wird. Zum anderen ermöglicht eine immer präzisere Technik, zum Beispiel mit Hilfe von bildgebenden Verfahren, Patienten in eine optimale Position zu bringen, so dass möglichst viel Tumor- und wenig gesundes Gewebe zerstört wird.

Über die Chancen, die Ergebnisse der Strahlentherapie durch den Einsatz der so genannten Hyperthermie zu verbessern, berichtete Dr. Simeonovas Kollege Dr. Michael Ehmann. Er beschrieb ein Verfahren, das am Universitätsklinikum Mannheim mit Hilfe eines von der Dietmar-Hopp-Stiftung gesponserten Gerätes seit Sommer 2007 praktiziert wird: Unter Nutzung von Mikrowellen werden die betroffenen Körperzellen kurz vor der eigentlichen Bestrahlung auf etwa 43 Grad erwärmt. Dieses Verfahren soll die Wirksamkeit der Strahlenbehandlung erhöhen. Am Universitätsklinikum Mannheim steht ein Oberflächen-Hyperthermie-Gerät zur Verfügung, das bei Tumoren zur Anwendung kommt, die recht dicht unter der Haut liegen - beispielsweise im Kopf- und Halsbereich, bei Brustwandtumoren und bestimmten Weichteiltumoren. Dr. Ehmann wies darauf hin, dass sich auch die Wirksamkeit einer Chemotherapie durch den Einsatz von Hyperthermie verbessern lässt.

Abschließend stellte Privat-Dozent Dr. Ralf-Dieter Hofheinz, Oberarzt an der III. Medizinischen Universitätsklinik, zielgerichtete molekulare Krebstherapien vor, die seit etwa zehn Jahren die "klassischen" Chemotherapien ergänzen. Diese so genannten Antikörpertherapien können heute bei jeder zweiten Krebsart angewendet werden, so zum Beispiel bei bestimmten Formen von Darm- und Brustkrebs. Die Antikörper werden in den meisten Fällen als Infusion verabreicht; doch kommen mittlerweile bei bestimmten Krebsarten - wie der chronischen myeloischen Leukämie sowie dem Leber- und Nierenzellkarzinom - auch Tabletten mit ebenso viel versprechenden Ergebnissen zum Einsatz.

Klaus Wingen | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum-mannheim.de

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