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Kalziumlecks verursachen Erschöpfung nach intensivem Sport

12.02.2008
Neues Medikament soll auch nach Herzversagen helfen

Wissenschaftler der Columbia University entwickeln derzeit ein Medikament, das die Erschöpfung nach intensivem Training vermindert. Dieses Medikament könnte Patienten auch nach einem Herzversagen helfen. Die Erschöpfung nach dem Training wird durch Kalzium verursacht, das in den Muskelzellen austritt. Das neue Medikament verhindert diesen Austritt.

Erste Tests mit Mäusen verliefen erfolgreich. Die Forscher gehen auch davon aus, dass diese Kalziumlecks für die schwere Erschöpfung der Patienten nach einem Herzanfall verantwortlich sind. Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie macht Hoffnung auf ein Medikament, das Symptome behandeln kann, die absolut lähmend sein können.

Bisher wurde angenommen, dass die Erschöpfung zum Beispiel nach einem Marathon auf die Ansammlung von Milchsäure in den Muskeln zurückzuführen ist. Dieser Ansatz wurde von Physiologen in Frage gestellt. Die aktuelle Studie macht einen anderen Schuldigen aus. Die undichten Stellen schwächen die von den Muskeln entwickelte Kraft und aktivieren ein Enzym, das Proteine abbaut und die Muskelfasern schädigt. Die Lecks waren bei den Mäusen nach drei Wochen intensiver Anstrengung durch Schwimmen und bei Athleten nach drei Tagen intensivem Radfahren nachweisbar. Das Team hatte zuvor die gleichen undichten Stellen in den Muskel von Tieren mit Herzversagen identifiziert. Die Forscher betonen, dass diese Lecks bei durch körperliche Bewegung erschöpften Menschen und Mäusen erkannt wurden. Normalerweise ist der Körper in der Lage, Schädigungen der Muskeln zu reparieren.

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Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Patienten mit einem chronischen Herzversagen permanent unter diesen undichten Stellen leiden. Ihre Muskeln haben daher nie die Möglichkeit sich wieder zu regenerieren. Die Erschöpfung der Patienten kann so groß sein, dass sie das Bett nicht verlassen können. Die Tests mit Mäusen ergaben, dass die Tiere die das Medikament erhalten hatten, nach dem Ende des Trainingsprogramms immer noch Energie hatten und ihre Muskeln geringere Schäden aufwiesen. Laut BBC ist geplant, das Medikament an Patienten mit Herzversagen zu testen. Die Wissenschaftler warnen jedoch, dass es auch bei erfolgreich verlaufenden Tests noch Jahre dauern wird, bis dieses Medikament auf den Markt kommt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cumc.columbia.edu
http://www.pnas.org

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