Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pollenallergie: „Chance einer dauerhaften Heilung nicht verpassen“

06.02.2008
UKM-Experten raten zur allergologischen Untersuchung / Klinische Studie

Für Baumpollenallergiker hat aufgrund der warmen Temperaturen bereits im Januar die Heuschnupfensaison mit Naselaufen, Augentränen und eventuell auch Asthma begonnen.

Doch es können auch noch andere Folgen der Allergie dazu kommen, erklärt Privat-Dozent Dr. Randolf Brehler von der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster (UKM): „Auch Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche können Symptome der Allergie sein, das beeinträchtigt dann auch direkt die Leistungsfähigkeit der Betroffenen.“

Die auftretenden Allergiebeschwerden der Patienten können mit verschiedenen Medikamenten, die die Symptome der Allergie unterdrücken, behandelt werden. Die wichtigsten Medikamente zur Therapie des Heuschnupfens sind Antihistaminika, aber auch z.B. kortisonhaltige Nasensprays. Derzeit sind viele Allergiemedikamente in der Apotheke frei verkäuflich und müssen von den Patienten nach Weisung des Gesetzgebers meist selbst bezahlt werden.

... mehr zu:
»Allergen »Allergie »Asthma »Heuschnupfen

„Damit kann sich für Allergiker die Frage stellen, ob sie wegen ihrer Beschwerden tatsächlich einen Arzt aufsuchen sollen oder ob sie die Behandlung lieber gleich selbst in die Hand nehmen. Dabei wird vergessen, dass eine Allergiebehandlung den Patienten nicht nur von seinen Allergiebeschwerden befreien soll: Ziel ist auch die Entwicklung eines Asthmas zu verhindern und zu erreichen, dass sich keine Allergien gegen weitere Allergene einstellen“, berichtet Dr. Kai Thomas von der Hautklinik.

Neben der Allergiebehandlung sollte daher immer eine sorgfältige allergologische Untersuchung erfolgen, raten die UKM-Mediziner. Hierbei wird auch festgestellt, ob eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) sinnvoll ist. Derzeit hat der Allergiker nur durch diese, meist als Spritzenbehandlung durchgeführten Therapie die Chance, dauerhaft von seinen Beschwerden befreit zu werden und wieder unempfindlich gegenüber den krankmachenden Allergenen zu werden. Der Erfolg einer spezifischen Immuntherapie ist am Besten, wenn die Erkrankung noch nicht zu lange besteht und eine Allergie nur gegen wenige Allergene besteht.

Brehler: „Allergiker sollten die Chance einer dauerhaften Heilung nicht durch Selbstbehandlung verpassen. Allergenlösungen, die für die spezifische Immuntherapie zur Verfügung stehen sind in den letzen Jahren stetig verbessert worden, die Behandlung ist für den Allergiker wirksamer und zugleich sicherer geworden.“

Im Zentrum für Dermatologie der Universitätsklinik Münster können derzeit Patienten, besonders auch Jugendliche von 12 bis 18 Jahren, mit Graspollenallergie (Heuschnupfen von Ende Mai bis Anfang August) im Rahmen einer klinischen Untersuchung mit einem Graspollenallergen behandelt werden. Neuartige Extrakte stehen auch zur Behandlung von Patienten mit Milbenallergie zur Verfügung. Untersuchung und Behandlung sind in diesem Rahmen für Patienten kostenfrei.

Interessierte Patienten erhalten weitere Informationen und können sich anmelden unter der Internetadresse: http://derma.klinikum.uni-muenster.de/studienanmeldung.html (Stichwort bei Hauterkrankung: Heuschnupfen/Rhinokonjunktivitis). Ein Rückruf erfolgt. Eine telefonische Auskunft ist unter 0251 / 83-52519 von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr zu erhalten.

Allergische Erkrankungen wie z.B. Asthma und Heuschnupfen haben in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen: Bei bis zu 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland wurde die ärztliche Diagnose Heuschnupfen („Allergische Rhinokonjunktivitis“) und bei bis zu fünf Prozent die Diagnose Asthma gestellt.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de
http://derma.klinikum.uni-muenster.de/studienanmeldung.html

Weitere Berichte zu: Allergen Allergie Asthma Heuschnupfen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie