Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Höchstmengen für Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln im Vergleich zum Vorjahr seltener überschritten

01.02.2008
BVL stellt "Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände 2006" vor

In rund 38 Prozent der untersuchten Lebensmittel-Proben wurden 2006 keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln unterhalb der gesetzlichen Höchstmengen wurden in 57 Prozent der Proben festgestellt und etwa 5,3 Prozent der Proben überschritten die gesetzlichen Höchstmengen. Dieser Anteil sank gegenüber dem Vorjahr um einen halben Prozentpunkt.

Besonders positiv zu bewerten ist, dass der Anteil der Proben mit Rückständen und mit Mehrfachrückständen zum ersten Mal in den letzten fünf Jahren nicht gestiegen ist. Trotz einer gestiegenen Anzahl der durchschnittlich pro Probe untersuchten Wirkstoffe, ist der Anteil mit quantifizierbaren Rückständen im Vergleich zu 2005 nicht gestiegen. Dies sind Ergebnisse der "Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände", die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf der Grundlage von Daten der Bundesländer heute in Berlin veröffentlicht hat. In diesen Zahlen sind konventionell und ökologisch erzeugte Lebensmittel zusammengefasst.

Zu Obst- und Gemüsearten mit den meisten Rückständen gehörten Rucola, frische Kräuter, Feldsalat, Bohnen mit Hülsen, Zucchini, Aubergine, Johannisbeere und Paprika. Bei Rhabarber, Zwiebel, Spargel, Orangensaft und Reis wiesen hingegen 70 Prozent der Proben keine Rückstände auf, die Höchstmengen wurden in weniger als zwei Prozent der Proben überschritten. Keine Überschreitungen der Höchstmengen wurden in Säuglings- und Kleinkindernahrung festgestellt. Fast 94 Prozent der beprobten Kleinkindernahrung wiesen keine Befunde von Pflanzenschutzmittelrückständen auf.

... mehr zu:
»Pflanzenschutzmittel

Deutliche Unterschiede bei den Rückstandsgehalten zeigten sich im Hinblick auf die Herkunft des untersuchten Obsts und Gemüses. So lagen die Höchstmengenüberschreitungen von Paprika aus der Türkei deutlich über dem Durchschnitt, ebenso wie Erdbeeren aus Marokko, Rucola aus Italien und Feldsalat aus Deutschland. Auch Tafeltrauben aus der Türkei wiesen deutlich häufiger Überschreitungen der Höchstmengen auf als beispielsweise Ware aus Südafrika, Griechenland oder Deutschland.

Von den 789 untersuchten Obst- und Gemüse-Proben aus ökologischem Anbau konnten in 71 Prozent keine Pflanzenschutzmittelrückstände festgestellt werden, 28 Prozent der Proben enthielten Rückstände, die jedoch meist deutlich unterhalb der gesetzlichen Höchstmengen lagen. Bei 0,6 Prozent (fünf Proben) wurden die Höchstmengen überschritten. Die Belastung von Biolebensmitteln ist damit deutlich geringer als bei herkömmlicher Ware.

In 41,6 Prozent aller Lebensmittelproben wurde mehr als ein Rückstand gefunden. Der Anteil der Proben mit Mehrfachrückständen blieb damit im Vergleich zum Vorjahresbericht gleich. Ein Grund für Mehrfachrückstände kann beispielsweise die Zusammensetzung einer Probe aus unterschiedlichen Partien sein. Auch ein gezielter Wechsel des zum Schutz der Pflanzen eingesetzten Wirkstoffs, durch den die Entwicklung von Resistenzen bei Schaderregern vermieden wird, führt zu Mehrfachrückständen. Ursache für den Nachweis zahlreicher Rückstände in einer Probe kann jedoch auch die Nichtbeachtung der guten fachlichen Praxis bei der Anwendung der Mittel sein.

Die noch nicht vollständig abgeschlossene Harmonisierung von Höchstmengen in der EU führt nach wie vor zu Überschreitungen von Höchstmengen bei importierter Ware. Der gegenüber dem Vorjahr gesunkene Anteil von Proben mit Rückständen über der Höchstmenge ist erneut auch durch die fortschreitende Harmonisierung der Rückstandshöchstmengen auf EU-Ebene zu erklären. Auch die Verbesserung der landwirtschaftlichen Praxis und der Qualitätssicherung der Produzenten und des Handels haben einen Beitrag geleistet.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder konzentriert sich bei der Probenahme und der Untersuchung auf Lebensmittel, bei denen bereits in der Vergangenheit häufig Rückstände festgestellt wurden. Der Anteil von Proben, bei denen Pflanzenschutzmittelrückstände festgestellt wurden, ist daher überproportional, so dass die in der "Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände" gemachten Angaben nicht repräsentativ für die Gesamtheit der auf dem Markt befindlichen Lebensmittel sind.

Eine Überschreitung von Rückstandshöchstmengen ist nicht mit einer akuten Gefährdung der Gesundheit der Verbraucher gleichzusetzen. Bei Überschreitungen der Höchstmengen schätzt die zuständige Überwachungsbehörde das gesundheitliche Risiko für den Verbraucher selbst ab bzw. richtet eine Anfrage über das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Bei 14 von insgesamt 17.535 untersuchten Proben konnte 2006 auf Grund deutlicher Überschreitungen ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher nicht ausgeschlossen werden. In diesen Fällen hat das BVL die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Überwachungsbehörden der anderen Bundesländer sowie die EU-Kommission über das Europäische Schnellwarnsystem informiert.

Im Jahr 2006 wurden 17.535 Proben von den Fachbehörden der Bundesländer im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung und des Lebensmittelmonitorings auf das Vorkommen von Pflanzenschutzmittelrückständen geprüft. Das waren 1516 mehr als im vorangegangenen Berichtsjahr. Die Proben wurden auf 717 Wirkstoffe untersucht, wobei nicht jede Probe auf das gesamte Stoffspektrum analysiert wurde. Durchschnittlich wurde jede Probe auf Rückstände von 197 Stoffen untersucht. Dies ist gegenüber 2005 erneut eine deutlich höhere Untersuchungsintensität, als jede Probe durchschnittlich auf nur 172 Stoffe untersucht worden war. 394 Stoffe aus dem Untersuchungsspektrum des Jahres 2006 wurden in keiner der insgesamt 17.535 Proben festgestellt. 323 Stoffe wurden in mindestens einer Probe nachgewiesen. Bei 158 Stoffen wurden Konzentrationen analysiert, die über der für den Stoff festgesetzten Höchstmenge lagen.

Der Bericht im Internet
Den aktuellen Bericht, die Berichte der Vorjahre, Tabellen und einen Vergleich der Belastungssituation 2002 - 2006 finden Sie im rechten Bereich der Seite unter:

www.bvl.bund.de > Lebensmittel > Sicherheit und Kontrollen > Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände oder direkt unter http://www.bvl.bund.de/berichtpsm (Bericht 2006 in der rechten Spalte).

Jochen Heimberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.bvl.bund.de/berichtpsm

Weitere Berichte zu: Pflanzenschutzmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik