Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung: Gegenmittel "Lebensstiländerung"

01.02.2008
Mehr als die Hälfte der Deutschen ist zu dick, 10 % der Mädchen zu dünn, außerdem wissen wir zu wenig über gesunde Ernährung. Dies sind - sehr knapp zusammengefasst - die Ergebnisse der "Nationalen Verzehrsstudie II", die von der Bundesregierung veröffentlicht wurden.

An der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd spielt das Thema "Gesundheit" eine große Rolle. In zwei Studiengängen "Gesundheitsförderung" werden Studierende fächerübergreifend darin ausgebildet, Präventionsprogramme zu entwickeln und umzusetzen. Hier geht es nicht nur um Ernährung, sondern auch um Bewegung und Stressbewältigung. Forschung in diesem Bereich wird an der PH Schwäbisch Gmünd großgeschrieben.

Lehramtsstudierende haben bereits seit zwei Jahren die Möglichkeit, ihr Fächerrepertoire um "Gesundheitsförderung" zu erweitern. Sie können dann den Bereich Prävention und Gesundheitserziehung in Schulen übernehmen. Wichtige Inhalte des Studiums sind Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung, die auch nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wichtige zusammenhängende Bausteine zur Bekämpfung von Übergewicht sind.

"Lehramtsstudenten mit diesem Aufbaustudium tragen ihr Fachwissen in genannten Bereichen direkt in die jeweiligen Schulen und damit zu den Kindern und Jugendlichen in die Klassenzimmer", so die Diplom-Psychologin Stefanie Meier. Gesundheitsförderung findet jedoch nicht nur in der Schule statt: Spätere Arbeitsplätze sind u.a. Kliniken, Krankenkassen, Kommunale Arbeitgeber wie z.B. Gesundheitsämter, Bildungseinrichtungen, Betriebe, Medien oder eine selbständige Tätigkeit als Berater/in. Hier greift der neue Bachelor-Studiengang "Gesundheitsförderung".

Die Gesundheitssoziologin Christine Dörge, M.A. erläutert, wieso die Vernetzung verschiedener Bereiche gerade hier sinnvoll ist: "Durch die Stärkung von Schutzfaktoren und Gesundheitsressourcen leisten die Absolventinnen und Absolventen damit einen Beitrag für eine hohe Lebensqualität von Individuen und Gruppen aller Altersgruppen. Subjektive und objektive Gesundheit wird neben individuellem Gesundheitsverhalten - wie z.B. Ernährung, Bewegung oder Suchtverhalten - auch sehr stark durch personale und soziale Faktoren wie Eigenverantwortung, Bildung, Einkommen, Migrationshintergrund etc. beeinflusst.

Mit der Vernetzung der Disziplinen Ernährungswissenschaft, Sport, Psychologie und Soziologie berücksichtigt der Studiengang die Komplexität von Gesundheitsförderung. Das im Studium erworbene umfassende Wissen befähigt zur effektiven und effizienten Verbindung verhaltens- und verhältnisorientierter Ansätze, die bei der Entwicklung und Gestaltung konkreter Projekte und Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention Beachtung finden. Die Ergebnisse der Verzehrsstudie verdeutlichen und bestätigen ein entsprechendes Vorgehen und zeigen gleichzeitig die gesellschaftliche Notwendigkeit und Bedarfsgerechtigkeit der an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd aufgenommenen Qualifizierung auf."

Gesundheit erforschen und fördern

Die Arbeitsgruppe "Gesundheitsförderung" kann ein breites Spektrum von Projekten vorweisen, u.a.:

- Das Projekt VEGIS (Vernetzte Gesundheitsförderung in der Schule), das von der Gmünder ErsatzKasse GEK gefördert und von Prof. Dr. Carl-Walter Kohlmann geleitet wird, bietet Lehrerinnen und Lehrern der Region Fortbildungsveranstaltungen zu gesundheitsbezogenen Themen an. Das erste Seminar fand zum Thema "Bullying" statt. Folgeveranstaltungen zu den Themen Ernährung und Sport sind bereits in der Planung und sollen noch vor den Sommerferien stattfinden. Im Rahmen des Projekts entsteht zur Zeit außerdem ein Online-Forum, in dem sich Akteure der Gesundheitsförderung austauschen können. Eine Studie zur Praxis der schulischen Gesundheitsförderung an den Schulen in Ostwürttemberg wird demnächst veröffentlicht.

- In einem anderen Teilprojekt in Zusammenarbeit mit der GEK wird zur Zeit bei 150.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 14 Jahren untersucht, ob ein Zusammenhang von Adipositas mit Einschränkungen des Wohlbefindens (z.B. Depression) besteht, um später Gewichtsreduktionsprogramme zu optimieren.

- In Ergänzung hierzu wurden deutschlandweit etwa 1000 Kinder und Jugendliche mit und ohne Adipositas zwischen 8 und 14 Jahren in Bezug auf Freizeitaktivitäten, Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung befragt. Die Auswertungen dieses Projektes laufen gerade.

- Im Projekt"Mehr Bildung - bessere Integration", das von der Mercator-Stiftung (Essen) finanziert wird, erhalten speziell Kinder mit Migrationshintergrund u.a. Unterstützung bei der Stressbewältigung.

- Im Fach Sport untersucht die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. Axel Horn, inwieweit moderates Krafttraining bei Jugendlichen Fitness und Befinden positiv beeinflussen.

Gesunde Pädagogische Hochschule
Auch die PH-Angehörigen selbst haben die Möglichkeit, an der Hochschule etwas für ihre Gesundheit zu tun: Der Kraftraum steht allen offen, einmal pro Woche gibt es in der Mittagspause funktionelle Ausgleichsgymnastik, das PH-Sportprogramm bietet Studierenden, Lehrenden und Verwaltungsmitgliedern ein abwechslungsreiches Angebot. Auch Wissen über Gesundheit wird angeboten: Speziell die Vorlesungsreihe im gerade abgelaufenen Wintersemester zum Thema "Verhaltensabhängige Erkrankungen", die vom Geschäftsbereich Gesundheit des Ostalbkreises durch Dr. Walter und sein Team gehalten wurde, stand auch den Beschäftigen an der PH offen. Demnächst wird es ein spezielles Angebot zum Thema "gesundes Essen" geben.

Dr. Monika Becker | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph-gmuend.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften