Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefährliche Schwellungen mit genetischer Ursache

30.01.2008
Angioödeme sind plötzlich auftretende Schwellungen der Haut oder des Magen-Darm-Trakts. Sind Mund oder Rachenraum betroffen, können sie schlimmstenfalls zum Erstickungstod führen. In manchen Familien sind fast ausschließlich Frauen erkrankt. Für diese besondere Form des Angioödems wurde bereits ein verantwortliches Gen identifiziert.

Ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Bonn fahndet in den kommenden drei Jahren nach weiteren Erbfaktoren, die zu der rätselhaften Krankheit führen können. Die EU fördert das Projekt in den nächsten drei Jahren mit rund 850.000 Euro.

Angioödeme - früher auch als Quincke-Ödeme bezeichnet - sind nichts, was man einmal hat und dann ausgestanden ist. Stattdessen kehren die Schwellungen meist in unregelmäßigen Abständen wieder. Bei einer Form der Erkrankung, die fast ausschließlich Frauen betrifft, kennt man inzwischen ein verantwortliches Gen: "Wir haben festgestellt, dass bei manchen Betroffenen genetische Veränderungen im Blutgerinnungsfaktor XII der Auslöser sind", erklärt der Koordinator des EU-Projekts, der Bonner Privatdozent Dr. Sven Cichon vom Life & Brain Forschungszentrum.

"Wir" - das ist ein internationales Forscherteam aus Deutschland, Frankreich und Italien. Dieselben Arbeitsgruppen werden nun in den nächsten drei Jahren nach weiteren beteiligten Erbanlagen suchen. Denn nicht bei allen Betroffenen ist der Gerinnungsfaktor XII verändert.

... mehr zu:
»E-RARE »Gen

"Wir hoffen so, die Krankheitsmechanismen aufzuklären und diese Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten einzusetzen", betont Cichon. Die Voraussetzungen dazu sind hervorragend, da das Projekt die europäischen Gruppen mit der größten klinischen, humangenetischen und funktionellen Expertise in diesem Bereich zusammen bringt.

Das Projekt wird aus Mitteln des EU-Programms "E-RARE" finanziert. Mit "E-RARE" will die Europäische Union gezielt die grenzübergreifende Erforschung seltener Erkrankungen intensivieren. Insgesamt gingen 125 Anträge ein, von denen nur 13 gefördert werden. An dem Forschungsverbund sind Forscher der Universitäten Bonn, Köln, Würzburg und Mainz, der Universität Grenoble sowie des IRCCS Mailand beteiligt.

Kontakt:
PD Dr. Sven Cichon
Department of Genomics
Forschungszentrum Life & Brain, Universität Bonn
Telefon: 0228/6885-405
E-Mail: Sven.Cichon@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://humangenetics.uni-bonn.de/life__brain/index_ger.html

Weitere Berichte zu: E-RARE Gen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie