Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn Eisen krank macht - neue Spezial-Ambulanz hilft bei der Eisenspeicherkrankheit

29.01.2008
Zu wenig Eisen im Blut macht müde. Zu viel Eisen im Blut macht auch müde - und kann Anzeichen für die sogenannte Eisenspeicherkrankheit oder Hämochromatose sein. Dabei wird der Körper durch zu viel Eisen regelrecht vergiftet.

Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Erbkrankheiten, eine neue Spezialambulanz am Ulmer Universitätsklinikum hilft Betroffenen und erforscht die Ursachen.

Die Betroffenen klagen über Beschwerden, die tausend Gründe haben können: Müdigkeit, Schmerzen im Oberbauch, Gelenkbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen. Werden bei Blutuntersuchungen erhöhte Leberwerte festgestellt, kann das ein erster Hinweis sein. Die Leber ist das Organ, das die Folgen der Eisenspeicherkrankheit am deutlichsten spürt. "Eine Genveränderung führt dazu, dass der Körper zu viel Eisen aufnimmt, das er nicht wieder ausscheiden kann", erklärt Dr. Hasan Kulaksiz, Leiter der Hämochromatose-Ambulanz am Ulmer Universitätsklinikum.

Das überschüssige Eisen wird vor allem in der Leber, aber auch in der Bauchspeicheldrüse, in der Hirnanhangdrüse, im Herzen oder in den Gelenken abgelagert. Viele Betroffene erkranken daher an Leberzirrhose oder Leberkrebs, entwickeln einen Diabetes oder leiden an einer Herzerkrankung. Nicht immer erkennen Ärzte sofort, was der wahre Grund für die oft lebensbedrohlichen Beschwerden ihrer Patienten ist. "Obwohl viele Menschen Träger des Gendefekts sind, ist die Hämochromatose relativ unbekannt", erklärt Dr. Kulaksiz. Nachweisen läßt sie sich durch erhöhte Werte verschiedener am Eisenstoffwechsel beteiligter Eiweiße, einen Gentest bzw. eine Leberbiopsie.

"Bei frühzeitiger Behandlung haben Hämochromatose-Patienten eine normale Lebenserwartung", erläutert Dr. Kulaksiz. Ihnen wird bei der Aderlass-Therapie regelmäßig Blut abgenommen. Da es ein wichtiger Träger des Eisens ist, werden so die übervollen Eisenspeicher des Körpers geleert. "Sind bereits Folgeerkrankungen der Hämochromatose aufgetreten, ist der Erfolg der Therapie je nach Stadium unterschiedlich", so Kulaksiz. Die frühe Erkennung der Krankheit ist daher entscheidend.

Warum ein defektes Gen den Eisenstoffwechsel mit so verheerenden Folgen stört, das wollen die Ärzte der Ulmer Hämochromatose-Ambulanz herausfinden. "Wir untersuchen zum Beispiel, welche Rolle ein Hormon namens Hepcidin spielt, das die Eisenaufnahme im Dünndarm hemmt", berichtet Hämochromatose-Spezialist Dr. Kulaksiz. "Je genauer wir das System verstehen, desto besser können wir helfen." Die Hämochromatose-Ambulanz der Ulmer Universitätsklinik ist im Raum Ostwürttemberg die einzige Spezialambulanz, die sich ausschließlich mit Erforschung und Behandlung der Krankheit beschäftigt.

Weitere Informationen: www.uniklinik-ulm.de/haemochromatose
Anmeldung für Patienten: Tel. 0731 - 500 44032 (Mo - Fr von 8-12 Uhr)
Petra Schultze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500.43.043
Fax: +49 - (0)731 - 500.43.026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de
http://www.uniklinik-ulm.de/haemochromatose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie