Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nicht-steroidales Antirheumatikum ist bei leichten Migräneattacken auch in einer niedrigen Dosierung wirksam

28.05.2002


200 Milligramm Ibuprofen gut behandelt werden. Nur bei stärkeren Schmerzen ist eine höhere Dosierung von 400 Milligramm nötig. Dies belegt eine Studie, über die Experten im Informationsdienst Kopfschmerz-News der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) berichten.

Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken empfehlen die Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft eine Behandlung mit Analgetika oder nicht-steroidalen Antirheumatika. Allerdings muss die Dosierung ausreichend hoch sein. Bei Acetylsalicylsäure und Paracetamol sind jeweils 1000 Milligramm erforderlich. Bei Ibuprofen wird bislang eine Behandlung mit 400 bis 600 Milligramm empfohlen.

Nun belegt erstmals eine randomisierte, doppelblinde Studie US-amerikanischer Forscher mit mehr als 600 Patienten, dass bei leichten bis mittelstarken Migräneattacken eine Behandlung mit 200 Milligramm Ibuprofen ausreichend sein kann.

Die Patienten wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nahm 200 Milligramm Ibuprofen, die zweite 400 Milligramm und die dritte ein wirkungsloses Placebo. Bei Patienten, die nur leichte bis mittelstarke Kopfschmerzen hatten, registrierten die Forscher keinen Unterschied bei der Wirksamkeit der beiden Ibuprofen-Dosierungen: Der Prozentsatz der Patienten, bei denen sich die Schmerzen nach zwei Stunden gebessert hatten, war bei der höheren Dosierung mit 41 Prozent genau so groß wie bei der niedrigeren Dosis. Demgegenüber besserte sich die Attacke nur bei 28 Prozent der Patienten, die ein Placebo genommen hatten.

Bei stärkeren Schmerzen war jedoch die höhere Dosierung zur Schmerzlinderung erforderlich. Die niedrigere Dosis war in diesen Fällen nicht wirksamer als das Placebo. Keinen Unterschied zwischen der höheren und niedrigeren Dosierung verzeichneten die Wissenschaftler bei den Nebenwirkungen.

"Für den klinischen Alltag ist bedeutsam", kommentieren die Experten der DMKG, "dass bei leichten bis mittelstarken Attacken 200 Milligramm Ibuprofen genau so gut wirken wie 400 Milligramm. Die höhere Dosis ist daher nur bei Patienten mit stärkeren Kopfschmerzen gerechtfertigt."

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dmkg.de/

Weitere Berichte zu: Ibuprofen Migräne Placebo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie