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Nierentransplantationen ohne lebenslange Einnahme von Medikamenten

24.01.2008
Bestrahlung und Antikörperbehandlung als Alternative

Nierentransplantationen, nach der nicht wie bisher lebenslang Medikamente eingenommen werden müssen, könnten zukünftig Realität werden. Zwei neue Behandlungsansätze der Stanford University und des Massachusetts General Hospital waren bei den Behandelten erfolgreich. Kommt ein Spenderorgan nicht von einem eineiigen Zwilling ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Körper es als Fremdkörper behandelt und entsprechend reagiert.

Auch wenn die transplantierten Organe sehr gut passen, sind derzeit lebenslang immunosuppressive Medikamente erforderlich, die das Risiko einer Infektion, von hohem Blutdruck und hohen Cholesterinwerten erhöhen. Zusätzlich steigern diese Medikamente das Risiko, an bestimmten Formen von Krebs zu erkranken. Details der Studien wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Das Team der Stanford University transplantierte einem Mann die Niere seines Bruders. Er nimmt seit zwei Jahren keine Medikamente mehr ein. Sein Immunsystem wurde mittels Bestrahlung und Antikörperbehandlungen verändert. Anschließend erhielt er eine Infusion mit Blutzellen seines Bruders. Dieser kombinierte Behandlungsansatz ließ eine Art von friedensstiftender Immunzelle entstehen, die anscheinend die Angriffe auf das fremde Organ verhindern kann. Der leitende Wissenschaftler John Scandling betonte, dass der Verzicht auf Medikamente für die Patienten ein enormer Vorteil sein würde. Derzeit bestehe zwar Hoffnung, aber der Weg bis zum Erreichen dieses Zieles sei noch lang.

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Die Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital behandelte fünf Patienten mit einem Ansatz, der ihr Knochenmark teilweise zerstörte. Damit wurden auch die weißen Blutkörperchen abgetötet, die normalerweise eine Abstoßung verursachen. In einem zweiten Schritt wurde das zerstörte Knochenmark durch ein Transplantat des Spenders ersetzt. Erst danach wurde die neue Niere transplantiert. Bei einem Patienten kam es zu einer Abstoßung. Die vier anderen verfügen derzeit auch ohne Medikamente über eine normale Nierenfunktion. Einem der behandelten Patienten geht es gesundheitlich seit mehr als fünf Jahren gut.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stanford.edu
http://www.massgeneral.org
http://content.nejm.org

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