Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aus Heidelberg: digitales Gütesiegel für Gesundheitsinformation im Web

19.10.2000


Das MedCERTAIN-"Siegel" wird künftig Verbraucher auf qualitativ

hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet hinweisen. Zusätzlich

werden ein "Gültigkeitsdatum" sowie die Adresse des Informationsanbieters,

für den das Siegel gültig ist, eingeblendet.


... mehr zu:
»Gütesiegel
Universität Heidelberg koordiniert europäisches Projekt zur Einführung von Gütesiegeln für Gesundheitsinformation im World Wide Web - Europäische Union als Vorreiter für Qualitätssicherung medizinischer
Information im Internet - Internationale Experten trafen sich zu einem Konsensus-Workshop in Heidelberg

Ärzteverbände, Patientenorganisationen und Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer haben sich bereits seit längerem dafür ausgesprochen, jetzt soll es kommen: ein digitales Gütesiegel ("Trustmark") für Gesundheitsinformation im Web, um dem Verbraucher eine Hilfe zu geben, die Seriosität eines medizinischen Angebots im Internet zu beurteilen und die Informationsflut im World Wide Web transparenter zu machen. Das Projekt mit dem Namen MedCERTAIN (Certification and Rating of Trustworthy and Assessed Health Information on the Net, http://www.medcertain.org) wird von der Europäischen Union im Rahmen des "Aktionsplanes für sichere Benutzung des Internets" mit einer Fördersumme von einer Million Mark unterstützt. Initiator und Koordinator ist die Forschungsgruppe "Cybermedizin & e-Health" an der Abteilung Klinische Sozialmedizin der Universität Heidelberg unter Leitung von Dr. Gunther Eysenbach, die sich bereits seit mehreren Jahren mit den Herausforderungen und Chancen von e-Health beschäftigt und eine der weltweit führenden Arbeitsgruppen auf diesem Gebiet aufgebaut hat.

Ziel des Projektes MedCERTAIN ist der Aufbau einer organisatorischen und technischen Infrastruktur zur dezentralen Informationsbewertung durch Experten und medizinische Fachgesellschaften sowie die Selbstregulierung und Kennzeichnung von medizinischen Informationen in standardisierter Form durch die Informationsanbieter mit so genannter Metainformation. "Was wir auf keinen Fall wollen, ist ein zentrales Institut, das entscheidet, was gute und was schlechte medizinische Information ist", sagt Projektleiter Eysenbach. "Wir arbeiten vielmehr an einer dezentralen Lösung, die dem Verbraucher zusätzliche Sicherheiten geben wird, dass er es mit einem vertrauenswürdigen Informationsanbieter zu tun hat".

Was ist eigentlich "einwandfreie" medizinische Information im Internet?

Zur Einführung eines Gütesiegels müssen sich Experten und Patienten zunächst auf einheitliche Qualitätskriterien einigen: Was macht eigentlich "einwandfreie" medizinische Information im Internet aus, und unter welchen Aspekten soll eine Website von externen Gutachtern beurteilt werden? Um diese Fragen zu diskutieren, trafen sich in diesen Tagen Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, medizinischen Fachgesellschaften, Regierungsstellen, Ärzte- und Verbraucherverbänden, der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation WHO in Heidelberg, um gemeinsam an Qualitätskriterien zur Bewertung, Evaluation und Zertifizierung von medizinischen Informationen zu arbeiten. Zum internationalen Konsensus-Workshop tagten 80 Teilnehmer aus 21 Ländern (Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien, Ungarn und USA) in der Neckarstadt.

Das MedCERTAIN-Konsortium, das neben der Universität Heidelberg auch noch aus Projektpartnern aus zahlreichen anderen europäischen Ländern besteht, plant ein dreistufiges Zertifizierungsverfahren. Ein "Level 1"-Gütesiegel bekommen Informationsanbieter, die sich neu erarbeiteten ethischen Richtlinien freiwillig unterwerfen und bestimmte Informationen für den Verbraucher in einer Datenbank hinterlegen. Diese Informationen - so etwa: wer hinter dem Angebot steckt, die Qualifikation der Autoren, Sponsoring, interne Qualitätssicherungsmaßnahmen... - wären für den Benutzer jederzeit abrufbar.

Beim "Level 2"-Gütesiegel werden die Angaben des Informationsanbieters überprüft, außerdem wird die Website besucht und auf die Einhaltung bestimmter formeller Kriterien hin überprüft. Ab "Level 3" werden Experten und Fachgesellschaften eingeschaltet, die zusätzlich die medizinischen Inhalte des Informationsanbieters prüfen, und Empfehlungen abgeben können.

Weitere Informationen zu Cybermedizin & e-Health finden Sie unter http://yi.com/ey
/.

Rückfragen bitte an:
Dr. Gunther Eysenbach
Forschungsgruppe Cybermedizin & e-Health,
Abt. Klinische Sozialmedizin, Universität Heidelberg
Tel. 06221 568897 (mobil: 0172 8249086), Fax 565584

oder:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Michael SchwarzV | idw

Weitere Berichte zu: Gütesiegel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magnetische Kraft von einzelnen Antiprotonen mit höchster Genauigkeit bestimmt

18.01.2017 | Physik Astronomie

Löschwasser mobil und kosteneffizient reinigen

18.01.2017 | Verfahrenstechnologie

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten