Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Enzym bremst Gewebeschaden bei Multipler Sklerose

27.05.2002


Forscher: Kein Wundermittel aber Behandlungsansatz

Forschern der Mayo Clinic in Rochester ist ein wesentlicher Fortschritt in der Multiple-Sklerose-Forschung gelungen. Wissenschaftler fanden einen Weg, den Gewebeschaden, in der Fachsprache Demyelinisierung (Myelinverlust), zu stoppen. Das Mayo-Clinic-Team entdeckte in demyelinisiertem Gewebe, das sich bei Multipler Sklerose und verwandten Erkrankungen des Zentralnervensystems bildet, eine drastische Zunahme eines 1997 ausgemachten Enzyms. Die Blockierung des Enzyms namens "Myelencephalon-spezifische Protease" (MSP) könnte den Verlauf der Gewebeschädigung hemmen. Die Ergebnisse werden in der Juni-Ausgabe des Fachblatts Brain publiziert.

Laut Forschern ist dies die erste Entdeckung eines Zusammenhangs zwischen dem Enzym und der bei MS-Patienten auftretenden Schwächung. "Bringt man das Enzym unter Kontrolle, könnte möglicherweise die Entwicklung der Erkrankung gebremst werden", erklärte die Studienleiterin und Neurowissenschaftlerin Isobel Scarisbrick von der Mayo-Clinic vorsichtig. Das Forscherteam entdeckte bei der Untersuchung von menschlichem MS-Gewebe eine außergewöhnliche hohe Zunahme des Enzyms in entzündeten Zellen von aktiv demyelinisierenden Läsionen. MSP gilt als vielseitiges Enzym, das den Eintritt von Entzündungszellen in das Gehirn erleichtert und bei einer Überexprimierung zur Gewebszerstörung beiträgt.

Derzeit gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, um alle MS-Fälle wirksam therapieren zu können. Das Forscherteam ist darauf bedacht, die neuen Erkenntnisse vorsichtig zu bewerten und aus dem Enzym kein Wundermittel zu machen. "Wir haben keine Heilsubstanz gefunden, aber einen möglichen Therapieansatz", resümierte die Forscherin. MS tritt hauptsächlich zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und zählt zu den häufigsten neurologischen Störungen bei jungen Erwachsenen in den USA und Europa. Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der das Immunsystem die Myelinschicht um die Nervenfasern zerstört.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.mayo.edu/
http://brain.oupjournals.org/

Weitere Berichte zu: Enzym Gewebeschaden MSP Sklerose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie