Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchbruch: Herz aus Ersatzteilen schlägt im Labor

15.01.2008
Neuer Ansatz für Herstellung künstlicher Organe

Wissenschaftlern der University of Minnesota ist es gelungen, die Hülle eines zuvor entleerten Herzens wieder zum Schlagen zu bringen. Im Inneren des Herzens wurden dafür neue Zellen eingesetzt. Das Team um Doris Taylor entfernte alle Muskelzellen im Herzen einer Ratte. Übrig blieb nur ein Gerüst aus anderem Gewebe wie Blutgefäßen und Klappen. Als wieder Herzzellen hinzugefügt wurden, wuchsen sie rasch und begannen wieder zu pumpen. Die Hoffnungen gehen dahin, dass irgendwann Herzen von Tieren oder Menschen für Transplantate hergestellt werden können. Details der Studie wurden in Nature Medicine veröffentlicht.

Experten gehen davon aus, dass versagende menschliche Organe theoretisch durch neue aus Stammzellen gewonnene Versionen ersetzt werden können. Jedes dieser Organe könnte passend für den Patienten geschaffen werden. Das Risiko einer Abstoßung wäre dabei deutlich geringer als bei einem Spenderorgan. Eine der größten Schwierigkeiten bei der Herstellung von dreidimensionalen Organen ist laut BBC, die Zellen dazu zu bringen, die erforderlichen komplexen Strukturen zu bilden. Die Wissenschaftler entschieden, dass die beste Vorlage ein anderes Herz sei. Im verbliebenen Rahmen wurden Herzzellen einer neugeborenen Ratte eingesetzt. In nur vier Tagen hatten sich die Zellen derart vermehrt, dass Kontraktionen im neuen Muskelgewebe sichtbar wurden. Am achten Tag konnte das neue Herz pumpen. Die Leistung lag allerdings erst bei zwei Prozent der eines normalen Herzens.

Taylor kann sich vorstellen, dass mit diesem neuen Ansatz das Denken der Forscher über die Herstellung künstlicher Organe verändert werden könnte. "Es wird denkbar, dass man jedes Organ herstellen kann: Nieren, Leber, Lunge oder Bauchspeicheldrüse. Gebt uns eine Vorgabe und wir hoffen, dass wir sie erfüllen können." Laut Harald Ott waren die Wissenschaftler einfach sprachlos als sie die ersten Kontraktionen des neuen Herzens sahen. Sian Harding vom Imperial College London hält es für denkbar, dass die Zellen aus einem Schweineherzen entfernt werden und anschließend menschliche Stammzellen ein Organ bilden, dass Patienten transplantiert werden kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stemcell.umn.edu/stemcell
http://www.nature.com
http://www3.imperial.ac.uk

Weitere Berichte zu: Herzzelle Organ Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neues Hydrogel verbessert die Wundheilung
25.04.2017 | Universität Leipzig

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen