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Allergien im Mutterleib vorbeugen

09.01.2008
Kinder von Fischliebhaberinnen sind weniger anfällig

"Fisch ist gut fürs Gehirn", das wussten schon unsere Großeltern. Dies gilt besonders in der Kindheit und sogar schon vor der Geburt. In einer aktuellen amerikanischen Studie waren Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft und Stillzeit viel Fisch aßen, in jeder Hinsicht weiter entwickelt als ihre Altersgenossen. Verantwortlich für diesen Effekt sind vermutlich die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren in Fisch. Sie werden für den Aufbau des Gehirns benötigt.

Außerdem gibt es noch einen weiteren Grund, warum Fisch für einen guten Start ins Leben so wichtig ist: Laut einer spanischen Studie mit über 400 Teilnehmern leiden Kinder umso seltener an einer Allergie, je mehr Fisch ihre Mütter während der Schwangerschaft gegessen haben. Dieser Vorteil bleibt bis ins Grundschulalter erhalten. So sank zum Beispiel das Risiko für einen juckenden Ausschlag im ersten Lebensjahr um 37 Prozent, wenn die Mütter statt einmal zwei- bis dreimal die Woche Fisch gegessen hatten.

Das Risiko, mit sechs Jahren an einer beliebigen Allergie zu leiden, verringerte sich um 35 Prozent. Auch dafür sind vermutlich die Omega-3-Fettsäuren verantwortlich: Zum einen wirken sie entzündungshemmend. Zum anderen verändern sie die Aktivität einiger Immunzellen und dämpfen die allergiebeteiligte Immunantwort - allerdings bei demjenigen, der die ungesättigten Fettsäuren auch tatsächlich zu sich nimmt. Unklar ist zurzeit noch, wie die Wirkung von der Mutter auf das Kind übertragen wird.

Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass das Immunsystem des Kindes über die Nabelschnur zumindest teilweise von dem der Mutter beeinflusst wird. Der genaue Mechanismus ist zwar noch ungeklärt, die Ergebnisse wurden jedoch kürzlich von einer schwedischen Studie bestätigt. Hier nahmen die werdenden Mütter allerdings Fischöl-Präparate ein. Das Resultat war das gleiche: Auch ihre Kinder hatten später deutlich weniger Allergien als die Kontrollgruppe, deren Mütter lediglich ein Placebo bekamen.

Schwangere sollten also nicht auf Fisch verzichten. "Ideal ist es, ein- bis zweimal in der Woche Fisch zu essen und mit Ölen zuzubereiten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, zum Beispiel Rapsöl oder Walnussöl," rät Maria Flothkötter, Ernährungswissenschaftlerin und Expertin für Lebensmittelallergien vom aid infodienst. Aber Achtung, Schwangere dürfen nicht jeden Fisch essen: "Roher Fisch und rohe Meerestiere, Räucherlachs und andere kalt und heiß geräucherte Fischerzeugnisse können mit Bakterien (Listerien) belastet sein. Eine Infektion mit solchen Keimen kann das Kind im Mutterleib schädigen." so Flothkötter.

Dr. Margit Ritzka | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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