Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tumor im Wärmebild

06.07.2000


Etwa jede zehnte Frau in der westlichen Welt erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Frühdiagnose mit Mammografie ist wegen der Belastung mit Röntgenstrahlung bei den Patientinnen oft unbeliebt. Frei von Nebenwirkungen ist die hochauflösende Thermografie.

In Deutschland erkranken jährlich rund 40.000 Frauen neu an Brustkrebs. Um diese häufigste Krebserkrankung möglichst früh zu erkennen, werden jährlich 5,7 Millionen Mammografien durchgeführt - ein Verfahren, das verdächtige Gewebsveränderungen mit Röntgenstrahlung sichtbar macht. Ein wachsender Tumor erhöht auch die Temperatur der Haut und läßt sich so alternativ nachweisen. Eine moderne und aussagekräftige Thermografie scheiterte bisher jedoch an der zu geringen Auflösung der auf dem Markt erhältlichen Infrarot-Kameras: Für eine verlässliche Diagnose müssen Temperaturschwankungen von wenigen Tausendstel Grad Celsius in Zeiten unter einer Sekunde gemessen werden können.

»Dank neuer Technologien ist es jetzt erstmals möglich, diese extremen Anforderungen an die Detektoren zu erfüllen«, meint Prof. Koidl vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg. Fraunhofer-Forscher haben einen Infrarot-Photodetektor mit der derzeit besten Temperaturauflösung entwickelt. Er ist das Herzstück einer neuartigen Kamera. Auf dem Halbleiterchip aus Gallium-arsenid sind 640x512 Bildpunkte auf der Fläche eines Fingernagels untergebracht. Bereits im Jahr 1998 stellte er mit einer Temperaturauflösung von nur 0,02 °C einen neuen Rekord auf, die neue Generation erreicht sogar 0,005 °C. Mit einer solchen Auflösung ließ die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die dynamisch-flächige Thermometrie als Diagnoseverfahren für Brustkrebs zu.

Das Unternehmen AEG Infrarot-Module fertigt mit den Detektoren hochauflösende Wärmebildkameras für den medizinischen Markt und schloss mit der amerikanischen Firma Omnicorder Technologies Inc. eine strategische Vertriebsvereinbarung ab. An amerikanischen Universitäten werden die Kameras bereits für klinische Untersuchungen eingesetzt.

Ansprechpartner:
Dr. Harald Schneider


Telefon: 07 61/51 59-3 59
Telefax: 07 61/51 59-4 00
E-Mail: hschneider@iaf.fhg.de

Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Tullastraße 72
79108 Freiburg
Pressekontakt:
Dr. Roland Diehl
Telefon: 07 61/51 59-4 16
Telefax: 07 61/51 59-1 11
E-Mail: diehl@iaf.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate Koch |

Weitere Berichte zu: Brustkrebs Festkörperphysik Röntgenstrahl Thermografie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise