Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immunabwehr auf Abwegen

03.01.2008
Essener Forscher entdecken Ursache fehlgeleiteter Immunabwehr - Effektivere Behandlung bei chronischen Erkrankungen

Das menschliche und auch tierische Immunsystem ist für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich. Allerdings müssen diese Abwehrmechanismen genau gesteuert werden, um Angriffe gegen den eigenen Körper zu verhindern und die Immunantwort nach getaner Arbeit zu bremsen.

Forschern des Essener Universitätsklinikum ist es nun gelungen ein neues "Steuerelement" zu identifizieren, das an der Kontrolle des Immunsystems beteiligt ist. Von dieser Entdeckung versprechen sie sich, dass künftig verschiedene chronische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen effektiver behandelt werden können.

Aufgabe des Immunsystems ist die Abwehr einer Vielzahl von eindringenden Pathogen wie Bakterien und Viren. Daran ist eine ganze Reihe von Immunzellen beteiligt, die in einem komplexen Wechselspiel spezielle Aufgaben erfüllen. Allerdings muss auch gewährleistet sein, dass der Köper zwischen gut und böse sowie zwischen selbst und fremd unterscheiden kann.

... mehr zu:
»Immunsystem »T-Zelle

"Wird das Immunsystem fehlgeleitet so kann es zu chronischen Entzündungen, aber auch Angriffen auf körpereigenes Gewebe, den so genannten Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ I oder rheumatische Arthritis kommen" erklärt Prof. Dr. Jan Buer. Daher sind spezifische Kontrolleinheiten, die die Immunreaktionen hemmen, unverzichtbar. Zu diesen Kontrolleuren gehören die so genannten regulatorischen T-Zellen, auch Tregs genannt, die die Aktivität ihrer kämpfenden Pendants hemmen.

In seiner aktuellen Publikation beschreibt das Team um Prof. Dr. Jan Buer und Dr. Wiebke Hansen eine neue Gruppe dieser speziellen Tregs, die in der Lage sind, die Abwehrmaschinerie des Immunsystems zu kontrollieren und die sich gleichzeitig gravierend von den bisher bekannten unterscheiden. Bislang konnten Tregs anhand eines bestimmten Proteins erkannt werden, dem eine maßgebliche Rolle bei der hemmenden Funktion der Tregs zugesprochen wird. "Trotz des Fehlens dieses Moleküls waren die von uns identifizierten regulatorischen T-Zellen in der Lage chronische Entzündungen des Darmes in der Maus zu verhindern," so Dr. Wiebke Hansen. Somit konnte ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der regulatorischen T-Zellen geleistet werden. Die Arbeit ist jetzt auch in der internationalen Fachzeitschrift Journal of Immunology erschienen

Nähere Informationen:
Dr. Wiebke Hansen: Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Essen, Tel.: 02 01 / 723 - 18 27; wiebke.hansen@uk-essen.de

Prof. Jan Buer: Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Essen, Tel.: 02 01 / 723 -35 00, jan.buer@uk-essen.de

Kristina Gronwald | idw
Weitere Informationen:
http://universitaetsklinikum-essen.de

Weitere Berichte zu: Immunsystem T-Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise