Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Laser-Skalpelle der Zellforscher

13.11.2000


... mehr zu:
»Blutgefäß »Organismus
Konferenz wurde von der Europäischen Kommission gefördert

Wie entstehen Krankheiten und Tumoren? Welche Mechanismen steuern die

Entwicklung eines Organismus? - Wer solche Fragen beantworten will, muss tief hinein blicken in das Gewebe des Menschen und bestenfalls einzelne Zellen betrachten. Das aber ist gar nicht so einfach, denn bevor man die Funktion einer einzelnen Zelle untersuchen kann, muss man sie erst einmal in Reinform gewinnen. Dass dies heute möglich ist, geht auf das Konto einer neuen Schneidetechnik, der so genannten Laser-Gewebsmikrodissektion. Das ist ein Verfahren, bei dem in einer Gewebeprobe kleinste Schnitte mittels eines Laserstrahls ausgeführt werden. Auf dem Petersberg bei Bonn trafen sich jetzt Fachleute aus aller Welt, um sich über den Stand der Technik auf diesem Gebiet zu informieren. Wissenschaftler der Universität Bonn hatten dazu gemeinsam mit französischen Kollegen eingeladen. Gefördert wurde die Konferenz von der Europäischen Kommission.

"Seit kurzem können wir mit Hilfe eines Laserstrahls kleine Zellgruppen bis hin zu Einzelzellen aus Geweben isolieren, die dann getrennt analysiert werden", erklärt Professor Dr. Nicolas Wernert vom Pathologischen Institut der Universität Bonn. Dies sei besonders hilfreich, wenn man die Entstehung von Krankheiten, einschließlich von Tumorerkrankungen, untersuchen will. Sie spielen sich nämlich fast alle in Geweben ab, die aus vielen verschiedenen Arten von Zellen bestehen. Bislang war es kaum möglich, zu ergründen, welche Aufgaben die unterschiedlichen Zellen wahrnehmen, weil man einzelne Zellen aus diesen Zellverbänden nicht herauslösen konnte. Dies ist nun Dank der Laser-Gewebsmikrodissektion möglich.

Ihr Hauptaugenmerk richten die Forscher bei der Untersuchung der freigelegten Zellen darauf, welche Gene im Erbgut der Zellen "angeschaltet" sind und zunehmend auch, welche Eiweißstoffe gebildet werden. "Die Technik wird wesentlich dazu beitragen, in Zukunft auch komplexe biologische Vorgänge wie die Entwicklung eines Organismus oder die Entstehung von Krankheiten und Tumoren zu verstehen", resümiert der Bonner Pathologe.

Das Bonner Wissenschaftlerteam um Wernert interessiert sich vor allem für die Entstehung der Blutgefäße, die Tumoren mit Blut versorgen. Die so genannte Angiogenese, wie die Entstehung von Blutgefäßen in Fachkreisen genannt wird, erfährt derzeit große Aufmerksamkeit in der Krebsforschung, denn wer weiß, wie die Versorgung von Tumorgewebe funktioniert, darf hoffen, den Tumor eines Tages hiervon abschneiden zu können.


Weitere Informationen: Professor Dr. Nicolas Wernert, Institut für Pathologie der Universität Bonn, Telefon: 0228/287-5371, E-Mail: Wernert@meb.uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw

Weitere Berichte zu: Blutgefäß Organismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau