Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitsökonomisches Erkrankungsmodell

20.12.2007
GECKO-Institut der Hochschule Heilbronn stellt den Release Candidate 1 des kommenden gesundheitsökonomischen Erkrankungsmodell zu Nephropathie bei Typ 2 Diabetes vor.

Nicht erst seit der Gesundheitsreform erhält die Kosten-Nutzen Bewertung im deutschen Gesundheitswesen zusätzliche Bedeutung. In Zeiten knapper Gesundheitsbudgets ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen von größter Bedeutung für die künftige Finanzierbarkeit der medizinischen Versorgung. Erkrankungsmodelle sind Simulationsprogramme, mit denen man die Wirtschaftlichkeit von medizinischen Behandlungen analysieren kann.

Leider mussten in der Vergangenheit immer wieder die Transparenz und die Qualität gesundheitsökonomischer Studien bemängelt werden. Aus diesem Grund hat das GECKO Institut der Hochschule Heilbronn eine weltweit einmalige OpenSource Initiative zur Entwicklung quelloffener Simulationsmodelle für die Wirtschaftlichkeitsanalyse von Therapien, Diagnostik und Technologien bei der Volkserkrankung Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ins Leben gerufen - Das PROSIT Projekt.

Am 20. Dezember wird das erste PROSIT Produkt der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich um den Release Candidate 1 / Prototyp eines Simulationsprogramms, mit dem man die Kosten und die medizinische Behandlungsqualität für Typ 2 Diabetiker mit Nierenschäden analysieren kann. Das Modell steht nun für die öffentliche Diskussion zur Verfügung und wird nach Erhalt von Rückmeldungen aus Wissenschaft und Medizin überarbeitet. Im Februar 2008 wird es dann endgültig freigegeben. Das Modell ist in seiner jetzigen und zukünftigen Form ein OpenSource Produkt. Das bedeutet, dass sowohl das Modell und auch seine Verwendung (dies beinhaltet auch die kommerzielle Nutzung) freigegeben sind. Lediglich Weiterentwicklungen müssen wieder veröffentlicht werden.

... mehr zu:
»Diabetes »Erkrankungsmodell »PROSIT

"Die Veröffentlichung unseres Modells ist ein Meilenstein in der Gesundheitsökonomie der Volkserkrankung Diabetes. Noch nie zuvor wurde ein Modell derart transparent gemacht. Mediziner, Gesundheitspolitiker und Gesundheitsökonomen erhalten ein Instrument an die Hand, das die Therapie von Menschen mit Zuckerkrankheit zukünftig erheblich wirtschaftlicher und erfolgreicher gestalten kann", sagt Prof. Dr. Wendelin Schramm, Leiter des GECKO Instituts der Hochschule Heilbronn.

Das "PROSIT Nephropathy Diabetes Disease Model 2008A Germany RC1" so der sperrige offizielle Titel vereint eine Reihe einmaliger Merkmale:

Es ist das erste OpenSource Erkrankungsmodell überhaupt und frei von Interessenskonflikten. Die Finanzierung wurde ausschließlich aus Forschungsmitteln der Hochschule Heilbronn bestritten.

Die Entwicklung passiert nicht im universitären Elfenbeinturm, sondern für alle Welt einsehbar auf einer Internetplattform. Dabei verwenden die Wissenschaftler der Hochschule Heilbronn die Software der Internet Enzyklopädie Wikipedia.

Das Modell selbst wurde mit der OpenSource Software OpenOffice Calc entwickelt. Diese Software ist ebenfalls kostenfrei im Internet verfügbar. Teure Investitionen für Spezialsoftware entfallen daher. PROSIT ist daher auch ein deutsches Referenzprojekt für die OpenOffice Entwickler geworden.

"So glücklich wir auch über unser erstes Modell sind, es gibt noch viel zu tun. Bis 2010 wollen wir für alle wichtigen Folgeerkrankungen des Diabetes ein Modell veröffentlichen. Mittelfristig soll so eine frei verfügbare Bibliothek elektronischer Modelle entstehen", ergänzt Prof. Schramm. Anpassungen der Modelle an andere EU-Länder wie die Schweiz und Rumänien sind in Vorbereitung.

Ansprechpartner und weiterführende Informationen:

Prof. Dr. med. Wendelin Schramm
Geschäftsführender Direktor
GECKO Institut für Gesundheitsökonomie und Informatik
Hochschule Heilbronn
Max-Planck Str. 39
74081 Heilbronn
Fon: +49 7131 504 493 (AB)
Fax: +49 7131 504 144931
Mobil: +49 173 362 1930
E-Mail: wendelin.schramm@hs-heilbronn.de

Martina Braesel | idw
Weitere Informationen:
http://www.gecko.hs-heilbronn.de
http://forum.prosit.de

Weitere Berichte zu: Diabetes Erkrankungsmodell PROSIT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik