Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alternative zu Antibiotika: RUB-Hautklinik sucht Studienteilnehmer mit offenem Bein

14.12.2007
Antiseptika sollen chronische Wunden heilen helfen
Den Kampf gegen die chronische Wunde kämpfen in Deutschland rund vier Millionen Menschen. Fast immer sind solche Wunden mit verschiedensten Bakterien besiedelt, in etwa 20 Prozent der Fälle mit so genannten Problemkeimen, die auch Lungenentzündungen, schwere Haut- und Weichteilinfektionen oder sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen können. Viele Keime sind gegen Antibiotika resistent. Antiseptika sollen helfen: Lokal angewandt sollen sie gegen krank machende Keime in der Wunde wirken und die Wundheilung verbessern. Für eine Studie zur Wirksamkeit eines Antiseptikums sucht das Venenzentrum der Universitätshautklinik der RUB (Leiter: PD Dr. Markus Stücker) noch Teilnehmer, die an chronischen Wunden am Bein leiden (Ulcus Cruris). Interessierte können sich täglich zwischen 8.30 und 17.30 Uhr unter Tel. 0234/8792-377 melden.

Resistenzen machen Antibiotika unwirksam

Trotz der Entwicklung immer neuer Antibiotika und der Fortschritte beim Verständnis der Prozesse der Heilung chronischer Wunden gehören Wundinfektionen immer noch zu den häufigsten Infektionen in Deutschland. Sie bringen erhebliche Einschränkungen für die Betroffenen und beträchtliche wirtschaftliche Kosten mit sich. Mitverantwortlich für die schlechte Heilung chronischer Wunden sind Bakterien, von denen viele durch den breiten Einsatz diverser Antibiotika Resistenzen entwickelt haben. "Zudem sind die Wirkspiegel der als Tablette verabreichten Antibiotika im Bereich der Wunden meist so gering, dass sie keine ausreichende Effizienz haben", erklärt Dr. Stücker. "Lokal angewandt rufen sie häufig Allergien hervor. Es ist also dringend notwendig, nach Alternativen Ausschau zu halten."

... mehr zu:
»Antibiotikum »Antiseptikum

Hoffnung, dass die Kassen künftig zahlen

Moderne Antiseptika erzielten unter Laborbedingungen sowie in Einzelfällen und Kleinserien bereits hoffnungsvolle Ergebnisse, doch gut kontrollierte Studien zu ihrem Erfolg stehen bisher noch aus. Deswegen zahlen die Krankenkassen ihren Einsatz bisher auch nicht. Die Mediziner des Venenzentrums testen daher ein modernes, bereits zugelassenes Antiseptikum, das von Experten für die Behandlung chronischer Wunden am Unterschenkel empfohlen wird. "Wir hoffen, dass ein Beleg der Wirksamkeit des Antiseptikums dazu führen wird, dass die Krankenkassen künftig die Kosten dafür übernehmen", so PD Dr. Stücker. Die Studienteilnehmer werden über drei Monate hinweg im Venenzentrum mit einer antiseptischen Lösung oder einer Elektrolytlösung behandelt. Die Teilnahme an der Studie ist kostenfrei.

Weitere Informationen

Priv.-Doz. Dr. Markus Stücker, Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef Hospital - Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken - im St. Maria Hilf Krankenhaus, Hiltroper Landwehr 11-13, 44805 Bochum, Tel. 0234/8792-377/-379, Fax 0234 8792 376, E-Mail M.Stuecker@derma.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Antiseptikum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise